Welche Voraussetzungen muss ein Franchisenehmer im Handwerk erfüllen?
Die Anforderungen variieren je nach System ziemlich stark. Grundsätzlich benötigen Sie unternehmerisches Denken, ausreichend Eigenkapital (mindestens 20 Prozent der Gesamtinvestition) und die Bereitschaft, sich an Systemvorgaben zu halten. Bei zulassungspflichtigen Handwerken ist eine Eintragung in die Handwerksrolle erforderlich. Viele Systeme akzeptieren auch Quereinsteiger ohne handwerkliche Vorkenntnisse.
Welche Kosten entstehen beim Einstieg in ein Handwerk-Franchise?
Die Einstiegsgebühr liegt typischerweise zwischen 10.000 und 30.000 Euro, variiert aber stark. Hinzu kommen Investitionen in Ausstattung, Fahrzeuge und Betriebsmittel sowie die laufenden Franchisegebühren von meist drei bis sechs Prozent des Umsatzes. Insgesamt können es weniger als 20.000 Euro, aber auch mehrere hunderttausende Euro sein.
In welchen Handwerksbranchen sind Franchise-Systeme besonders verbreitet?
Franchise-Systeme finden sich vor allem hier:
- Bau- und Renovierungsbranche (Badsanierung, Gebäudeabdichtung, Bodenbeläge, Türen- und Küchenrenovierung)
- Kfz-Bereich (Reifen- und Autoservice, Hydraulikservice)
- Energietechnik (Photovoltaik, Heizung, Smart Home)
- Spezialisierte Dienstleistungen (z. B. Steinpflege, Zaunbau, Rohrsanierung)
Kann ein bestehender Handwerksbetrieb Teil eines Franchise-Systems werden?
Viele Franchise-Systeme richten sich sogar gezielt an bestehende Handwerksbetriebe, die ihr Geschäftsmodell erweitern oder sich auf renditestarke Nischen spezialisieren möchten. Ein Franchise kann auch als zweites Standbein neben dem bestehenden Geschäft dienen.
Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer?
Die Zusammenarbeit basiert auf einem partnerschaftlichen Verhältnis, das im Franchisevertrag geregelt ist. Der Franchisegeber stellt die Marke, das Know-how und die Unterstützung bereit. Der Franchisenehmer führt dafür den Betrieb vor Ort eigenverantwortlich. Ein regelmäßiger Austausch, Schulungen und das Berichtswesen sichern die Qualität im gesamten Netzwerk. Der Franchisegeber hat gewisse Kontroll- und Weisungsrechte, wobei der Franchisenehmer aber selbstständiger Unternehmer bleibt.