Nachhaltigkeit im Handwerk – Betrieblicher Umweltschutz vorantreiben + Checkliste

Nachhaltigkeit im Handwerk bezieht sich auf ein vorausschauendes Wirtschaften, das auch die nachfolgenden Generationen im Blick hat. Durch einen sorgsamen Umgang mit der Umwelt, eine bedachte Verwendung von Ressourcen und ein faires Arbeitsumfeld soll ein Betrieb geschaffen werden, der viele Jahre und Jahrzehnte in dieser Form bestehen kann. Unternehmer leisten damit ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Gesellschaft und profitieren zugleich von positiven Nebeneffekten wie geringeren Energiekosten, einem Imagegewinn und einer besseren Mitarbeiterzufriedenheit.

Warum ist Nachhaltigkeit im Handwerk so wichtig?

Die Klimakrise und die schwindenden Ressourcen auf unserem Planeten zwingen die Weltgemeinschaft zum Umdenken. Mehr Nachhaltigkeit soll zum Schutz der Umwelt und des Klimas beitragen. Gleichzeitig soll damit auch der Fortbestand der menschlichen Zivilisation sowie der Erhalt unseres Wohlstands gesichert werden. Damit alle Länder an einem Strang ziehen, haben die Vereinten Nationen bereits 2015 ihre 17 Nachhaltigkeitsziele veröffentlicht. Eines der klar formulierten Ziele bezieht sich auf die Entwicklung einer nachhaltigen Industrie, in der neue Innovationen gefördert werden. Gleichzeitig sollen Städte und Siedlungen nachhaltiger werden.

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Wie das Handwerk die Nachhaltigkeit vorantreibt

Handwerksbetriebe in Deutschland können aktiv am Erreichen dieser Ziele mitwirken und so Verantwortung für die Umwelt und die Gesellschaft übernehmen. Durch ihre tägliche unermüdliche Arbeit in Privathaushalten, in öffentlichen Gebäuden oder bei gewerblichen Kunden tragen Sie durch die Einhaltung neuer gesetzlicher Vorgaben wie dem Gebäudeenergiegesetz schon ganz automatisch zu mehr Nachhaltigkeit bei.

Sie helfen, wärmegedämmte Passivhäuser zu errichten, bauen Heizungsanlagen mit erneuerbaren Energiequellen ein und führen energetische Sanierungen durch.

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Energie- und Ressourcen schonen und Geld sparen

Natürlich sollten sich Handwerksbetriebe nicht auf den Effekten ihrer Arbeit ausruhen, sondern weitere Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit ergreifen. Durch die Optimierung von Lieferketten, die Verkürzung von Lieferwegen und den Umstieg auf mehr erneuerbare Energien lassen sich zum Beispiel viele Ressourcen sparen.

Das tut nicht nur der Umwelt gut, sondern kann sich auch positiv auf die Zahlen des Unternehmens auswirken, denn wer weniger Ressourcen verbraucht, kann in der Regel seine Betriebsausgaben senken

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Den Erwartungen der Kunden gerecht werden

Immer mehr Kunden und Auftraggeber suchen sich ihre Dienstleister gezielt mit Hinblick auf deren Nachhaltigkeitskonzepte aus. Für kleine und mittelständische Handwerksbetriebe, die konkurrenzfähig bleiben möchten, ist es deswegen unabdingbar, entsprechende Maßnahmen einzuführen und diese auch offen zu bewerben. Auf diese Weise können alte Kunden gehalten und möglicherweise sogar neue Zielgruppen erreicht werden.

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Den Betrieb zukunftssicher machen

Nachhaltigkeit trägt maßgeblich dazu bei, kleine und mittelständische Handwerksbetriebe auch in der Zukunft konkurrenzfähig zu machen. Sie müssen auf dem Markt bestehen können, um langfristig Erfolg zu haben und weiterhin als attraktiver Arbeitgeber auf dem Markt auftreten zu können. In diesem Zusammenhang spielt vor allem die soziale Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle.

Bausteine der Nachhaltigkeit für Unternehmen

Die Nachhaltigkeit setzt sich aus Säulen zusammen, die jeweils einzeln berücksichtigt werden sollten. Handwerksbetriebe sollten sich nicht auf eine davon konzentrieren, sondern möglichst alle drei in den Betrieb integrieren und so ein widerstandsfähiges, zukunftssicheres und nachhaltiges Unternehmen aufbauen.

  • Ökologie: Die erste Säule ist die Ökologie. Damit sind alle Nachhaltigkeitsmaßnahmen gemeint, die dem Schutz der Umwelt und des Klimas dienen.
  • Ökonomie: Hierbei geht es um nachhaltiges Wirtschaften, also darum, dass nicht mehr Ressourcen verbraucht werden, als vorhanden sind. Dabei sollten Betriebe auch immer die nachfolgenden Generationen im Blick behalten.
  • Soziales: Auch die soziale Komponente spielt eine wichtige Rolle. Durch faire Arbeitsbedingungen lässt sich ein Umfeld schaffen, in dem Menschen gerne arbeiten.

Betrieblicher Umweltschutz – Maßnahmen und Beispiele

Bei der Implementierung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen können sich auch Handwerksbetriebe am Drei-Säulen-Modell orientieren und durch die gezielte Kombination der verschiedenen Bereiche ein ganzheitliches Nachhaltigkeitskonzept entwickeln.

1. Nachhaltige Materialien und Ressourcenschonung

Handwerksbetriebe haben viele Möglichkeiten, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit in ihren Alltag zu integrieren. Nicht jede Maßnahme passt zu jedem Betrieb – aber jede Umsetzung zählt. Überlegen Sie, was für Ihr Unternehmen machbar ist – und kombinieren Sie möglichst viele Maßnahmen miteinander:

Nachhaltige Werkstoffe einsetzenKreislaufwirtschaft fördernLieferkette nachhaltig gestalten
Verwenden Sie umweltfreundliche Materialien wie zertifiziertes Holz, Naturstein, Lehm, Naturlacke oder Kreidefarben. Diese tragen aktiv zum Umweltschutz bei.Statt Materialien zu entsorgen, sollten sie möglichst lange im Stoffkreislauf bleiben. Recyceln, wiederverwenden oder zurückführen – das spart Ressourcen und vermeidet Abfall.Nachhaltigkeit beginnt beim Einkauf: Bevorzugen Sie regionale Lieferanten mit eigenen Umweltstandards. Kurze Transportwege senken CO₂-Emissionen und stärken die regionale Wirtschaft.

Lieferkettengesetz im Zuge des Umweltschutzes

Das Lieferkettensorgfaltspflichtgesetz soll Unternehmen in Deutschland dazu bringen, ihre Verantwortung für die Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen und für den Schutz der Umwelt aktiv wahrzunehmen. Unternehmen müssen dementsprechend gewährleisten, dass ihre Lieferketten den Vorgaben des Gesetzes gerecht werden. Das trifft jedoch nur auf Betriebe mit mehr als 1.000 Beschäftigten zu. Die meisten Handwerksbetriebe dürften davon also nicht betroffen sein. Sie können das Lieferkettensorgfaltspflichtgesetz aber trotzdem als Leitpfaden zur Implementierung von mehr Nachhaltigkeit nutzen.

Im Gesetz werden Unternehmer zu folgenden Maßnahmen aufgefordert:

  • Einrichten eines Risikomanagements zur Einhaltung der Sorgfaltspflichten
  • Risikoanalyse des eigenen Unternehmens sowie der Zulieferer
  • Präventionsmaßnahmen zum Schutz der Umwelt und Menschenrechte einführen
  • Abhilfemaßnahmen bei Pflichtverletzungen ergreifen
  • Unternehmensinternes Beschwerdeverfahren zum Aufspüren von Pflichtverletzungen einführen

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2. Maßnahmen bei Mitarbeitern und soziale Verantwortung

Soziale Nachhaltigkeit kommt nicht nur Ihren Mitarbeitern, sondern auch Ihrem Betrieb zugute. Je besser Sie sich um Ihre Angestellten kümmern, desto wahrscheinlicher bleiben Sie Ihrem Unternehmen lange erhalten. Unter anderem bieten sich diese Maßnahmen an:

Faire Arbeitsbedingungen:

Respektieren Sie die Rechte Ihrer Arbeitnehmer und nehmen Sie deren Anrecht auf Gesundheitsschutz ernst

Im Handwerk sollten Sie vor allem für ein sicheres Arbeitsumfeld mit der entsprechenden Schutzkleidung sowie weiteren notwendigen Sicherheitsvorkehrungen sorgen

Ihre Bürokraft profitiert hingegen von einem ergonomisch eingerichteten Arbeitsplatz.

Förderung nachhaltiger Werte im Team:

Führen Sie Ihre Mitarbeiter an das Thema Nachhaltigkeit heran und machen Sie sie zu Ihren Mitstreitern.

Regen Sie sie dazu an, Strom am Arbeitsplatz zu sparen, mehr auf das Recycling von Abfall zu achten oder Wasser zu sparen.

Fördern Sie nachhaltige Ideen und belohnen Sie Vorschläge für mehr Umweltschutz und ökonomische Nachhaltigkeit.

Soziales Engagement in der Region:

Soziale Nachhaltigkeit geht über Ihren Betrieb hinaus.

Durch soziales Engagement in Form von Spenden oder kostenlosen Handwerksleistungen tun Sie etwas für Ihre Gemeinde oder Stadt und verbessern zugleich Ihr Image.

Aus- und Weiterbildung:

Ermöglichen Sie Ihren Mitarbeitenden fachliche Entfaltung – etwa durch eigene Schulungsvorschläge oder Bildungsurlaub. Das zeigt Wertschätzung und stärkt Kompetenzen.

3. Energieeffizienz und klimafreundliches Arbeiten

Durch das Drehen kleiner Stellschrauben können Sie für mehr Nachhaltigkeit und Energieeffizienz im Betrieb sorgen. Hier sind einige Tipps für den Weg zur Arbeit, für die Werkstatt und für das Büro:

Umstieg auf erneuerbare EnergienNachhaltige Mobilität fördernEnergiesparmaßnahmen in Werkstatt und Büro
  • Nutzen Sie Ökostrom
  • Prüfen Sie den Einsatz einer Photovoltaikanlage
  • Informieren Sie sich über nachhaltige Heizlösungen für Ihren Betrieb
  • Routen gezielt planen, um unnötige Fahrten zu vermeiden
  • Dienstfahrzeuge ggf. auf E-Autos oder Hybridmodelle umstellen
  • Mitarbeitende mit ÖPNV-Zuschüssen unterstützen
  • Fahrgemeinschaften im Team organisieren
  • Geräte ausschalten, wenn sie nicht genutzt werden
  • Beleuchtung beim Verlassen von Räumen konsequent abschalten
  • Auf energieeffiziente LED-Leuchtmittel umstellen
  • Betriebsinterne Regeln für den bewussten Umgang mit Strom einführen

4. Digitalisierung als Treiber für Nachhaltigkeit

Neben der Nachhaltigkeit ist auch die Digitalisierung eines der großen Themen, mit denen sich Unternehmen aktuell neben dem Tagesgeschäft beschäftigen. Tatsächlich gehen beide Hand in Hand, denn mehr Digitalisierung kann tatsächlich auch zu mehr Nachhaltigkeit verhelfen:

  • Digitale Tools für Planung und Prozesse
    Moderne Software hilft, Ressourcen gezielter einzusetzen – etwa durch präzisere Bauzeitenpläne, digitale Mängelerfassung oder die Visualisierung geplanter Projekte. So lassen sich viele Prozesse beschleunigen und transparenter gestalten.
  • Papierlose Kommunikation
    Auch ohne spezielle Softwarelösungen lässt sich schon viel erreichen: Wer Angebote und Rechnungen per E-Mail versendet, spart Papier, Porto und Lagerfläche – und trägt gleichzeitig zur Nachhaltigkeit im Büro bei.
  • Online-Weiterbildungen nutzen
    Viele Schulungen finden heute digital statt. Wer sich z. B. im Bereich Digitalisierung fortbilden will, kann das flexibel vom Betrieb oder von zu Hause aus tun – ganz ohne Anreise und mit geringem Aufwand für den Anbieter.

Software und Digitalisierungspartner für Handwerker nutzen

Besonders Anbieter von vollumfänglichen Softwarelösungen zur Digitalisierung des gesamten Handwerksbetriebs, wie STREIT Software mit seiner ERP-Software für das Handwerk, bieten gleichzeitig eine umfassende Digitalisierungsberatung an. So kann die Digitalisierung stetig voranschreiten und die Maßnahmen können immer an den aktuellen Bedarf und die Anforderungen angepasst werden. Mit der zukunftssicheren STREIT Software sind Handwerker für eine vollumfängliche Digitalisierung der Prozesse ausgestattet. Passende Handwerker-Apps ermöglichen ein mobiles Arbeiten direkt von der Baustelle.
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Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil

Nachhaltig geführte Unternehmen werden von vielen Kunden als äußerst positiv wahrgenommen, sodass sie aus der Menge herausstechen und schon allein deswegen einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil haben. Aus einem ausgeklügelten Nachhaltigkeitskonzept ergeben sich aber automatisch viele weitere positive Effekte, die Ihren Betrieb langfristig konkurrenzfähig machen:

  • Kundennachfrage: Immer mehr Menschen suchen nach modernen Dienstleistern, die auf Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit achten. Auch Regionalität spielt oft eine Rolle. Wenn Sie Klimaschutz betreiben und Zulieferer aus der Umgebung wählen, können Sie sich in manchen Fällen schon allein aufgrund dieser Tatsachen Aufträge sichern.
  • Kostensenkung: Das bessere Haushalten mit Energie und Ressourcen und die Optimierung von Prozessen senken die Betriebsausgaben und erhöhen den Gewinn. Digitalisierungsmaßnahmen können sogar dazu führen, dass Arbeitsstellen überflüssig werden und Sie geringere Lohnkosten aufbringen müssen.
  • Finanzierungsförderung: Bestimmte Förderungen und Kredite werden an Unternehmen vergeben, die Nachhaltigkeitsmaßnahmen ergreifen. Sie können also leichter an wichtige Gelder gelangen. Eine gezielte Förderberatung kann helfen, passende Programme zu identifizieren.
  • Imageaufbau: Ein klares, positives Image bleibt im Gedächtnis – bei Kunden und potenziellen Fachkräften. Wer nachhaltiges Handeln und soziales Engagement sichtbar macht, stärkt seine Reputation. Das erleichtert nicht nur die Kundenakquise, sondern sorgt auch dafür, dass ehemalige Kunden Ihren Betrieb im Blick behalten.

Wie nachhaltige Betriebe neue Kunden gewinnen

Mithilfe einer guten Marketing-Strategie können Sie als nachhaltiger Handwerksbetrieb neue Zielgruppen erschließen und erfolgreich Kunden akquirieren. Dabei spielen die Methoden wie zum Beispiel Storytelling, aber auch überzeugende Argumente wie Siegel und Zertifikate eine wichtige Rolle.

1. Storytelling und nachhaltige Kommunikation im Marketing

Werbemittel gibt es viele: Website, Broschüren, Social Media oder die Beschriftung Ihrer Handwerkerautos. Doch damit Ihr Betrieb als nachhaltig wahrgenommen wird, müssen Sie genau das auch aktiv kommunizieren – am besten mit emotionalem Storytelling.

Warum Storytelling?
Geschichten bleiben besser im Kopf als reine Fakten. Sie wecken Emotionen, schaffen Nähe und machen Ihr Engagement erlebbar.

Beispiele für nachhaltiges Storytelling:

  • Hitzeschutz in der Stadt
    Immer mehr Menschen leiden im Sommer unter überhitzten Wohnungen. Erzählen Sie, wie Ihr Betrieb mit Dämmung, Rollläden oder Fassadenbegrünung für erträgliches Raumklima sorgt.
  • Alte Baustoffe mit Geschichte
    Recycelte Holzbalken oder Backsteine bringen Charakter in neue Häuser – und erzählen die Geschichte früherer Generationen. Das schafft Authentizität und ist nachhaltig zugleich.
  • Sommerprobleme clever gelöst
    Türen knallen, Papier fliegt, Mücken nerven? Ein Passivhaus mit Lüftungsanlage schafft Abhilfe: energieeffizient, angenehm temperiert – und dauerhaft komfortabel.

Berichten Sie über Social Media Kanäle über Ihre Nachhaltigkeitsprojekte und stärken Sie damit die Bekanntheit und Ihr postives Image.

2. Siegel und Zertifikate

Wer Nachhaltigkeit nicht nur behaupten, sondern auch belegen möchte, sollte auf offizielle Siegel und Zertifizierungen setzen. Diese schaffen Vertrauen – bei Kunden, Partnern und Bewerbern.

Wichtig zu wissen: Die Kriterien für ein Zertifikat können je nach Bundesland unterschiedlich sein.

Mögliche Siegel im Überblick:

  • Umweltsiegel des Handwerks
    Wird z. B. von den Handwerkskammern Magdeburg und Halle gemeinsam ausgestellt.
  • EMAS-Zertifizierung
    Bundesweit möglich. Wer die strengen Vorgaben der EMAS-Verordnung erfüllt, darf das Gütesiegel verwenden – als sichtbares Zeichen für systematisches Umweltmanagement.
  • natureplus Umweltzeichen
    Europaweit anerkannt, speziell für nachhaltige Bauprodukte. Es steht für Umweltschutz, Ressourcenschonung und Wohngesundheit.

3. Förderprogramme

Für Investitionen in Klimaschutz und Nachhaltigkeit stehen zahlreiche Förderprogramme zur Verfügung – viele davon lassen sich sogar kombinieren.

Beachten Sie dabei:

  • Manche Programme gelten nur für bestimmte Regionen oder Betriebsarten
  • Einige Förderungen sind zeitlich befristet oder enden, sobald der Fördertopf ausgeschöpft ist
  • Prüfen Sie vor der Antragstellung, ob das gewünschte Programm noch aktuell ist
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Förderprogramme der Bundesländer

Je nach Bundesland können Sie zusätzliche Förderprogramme nutzen:

  • In Baden-Württemberg gibt es bis zu 2.500 € Zuschuss für E-Lastenräder – ideal für kurze Einsätze von Handwerksbetrieben.
  • In Nordrhein-Westfalen bietet die NRW.BANK.Invest Zukunft zinsgünstige Darlehen bis 10 Mio. € für Investitionen in Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Innovation.
  • In Berlin unterstützt das Programm SolarPLUS Privatpersonen und Unternehmen bei der Installation von Photovoltaikanlagen – die Förderhöhe variiert je nach Modul.

Sie sehen also, dass es zahlreiche Möglichkeiten zur Förderung gibt. Sie alle hier aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Deswegen kann es sinnvoll sein, dass Sie eine Förderberatung in Anspruch nehmen.

Förderung im Handwerk Übersicht 2026

Für Handwerksbetriebe stehen aktuell zahlreiche Förderprogramme zur Verfügung, besonders in den Bereichen Existenzgründung, Digitalisierung, Investitionen und Weiterbildung. Angesichts des Trends zu mehr Digitalisierung und Nachhaltigkeit profitieren Handwerker von spezifischen Zuschüssen und Förderkrediten.

STREIT bietet Handwerksbetrieben nicht nur mit praxisnaher Software, sondern auch eine Förderberatung. Auf „Förderungen im Handwerk – Übersicht 2026“ finden Sie kompakt zusammengefasst, welche Kredite und Zuschüsse aktuell verfügbar sind, für wen sie gelten und wie sie beantragt werden – damit kein Fördertopf ungenutzt bleibt.

Zu Förderungen im Handwerk

Tipp: Förderberatung zur Digitalisierung mit STREIT

Digitalisierung und Nachhaltigkeit gehen im Handwerk oft Hand in Hand – und werden vielfach gefördert. STREIT bietet hierzu eine umfassende Förderberatung: vom unverbindlichen Erstgespräch über die Analyse geeigneter Programme bis hin zur Antragstellung und Betreuung nach der Bewilligung.

Kostenlose Förderberatung

Tipps für den Einstieg in ein nachhaltiges Handwerk + Checkliste

Wenn Sie Ihren Betrieb nachhaltiger werden lassen möchten, genügt es nicht, an nur einer Stellschraube zu drehen. Vielmehr müssen Sie viele kleine Veränderungen ins Rollen bringen, die dann gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit sorgen. Gerne können Sie unsere Checkliste als Orientierung nutzen.

Checkliste

Da Nachhaltigkeit ganz verschiedene Bereiche betrifft, haben wir unsere Checkliste entsprechend aufgeteilt. Dabei werden selbstverständlich sowohl ökologische und ökonomische als auch soziale Aspekte berücksichtigt:

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Energie

  • Setzen Sie in Ihren Geschäftsräumen LED-Leuchten ein.
  • Gegebenenfalls können Sie auch Zeitschaltuhren und Bewegungssensoren nutzen, sodass das Licht immer nur dann an ist, wenn sich jemand im Raum befindet.
  • Beziehen Sie Ökostrom und installieren Sie nach Möglichkeit eine Fotovoltaikanlage.
  • Setzen Sie im Büro und in der Werkstatt Steckdosenleisten mit Kippschalter ein, sodass Geräte vollständig ausgeschaltet werden und nicht im Stand-by-Modus laufen.
  • Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter und erklären Sie ihnen, wie sie Strom und Heizenergie sparen können.
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Ressourcen

  • Setzen Sie auf nachhaltige Baustoffe, die mehrmals verwendet oder recycelt werden können.
  • Verwenden Sie zertifiziertes Holz und umweltfreundliche Farben und Lacke.
  • Achten Sie auch bei Maschinen und Werkzeugen auf eine hohe Qualität und verlängern Sie die Lebensdauer der jeweiligen Geräte durch einen strikten Wartungsplan per Wartungssoftware.
  • Digitale Werkzeugverwaltung verbessert die Transparenz hinsichtlich anstehender Prüfungstermine sowie des aktuellen Standorts der Werkzeuge - ob im Einsatz oder im Lager.
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Mobilität

  • Stellen Sie Ihren Fuhrpark auf Elektrofahrzeuge um.
  • Planen Sie die Routen genau und reduzieren Sie unnötige Fahrten, zum Beispiel durch Einsatz einer App zur mobilen Auftragsabwicklung die alle Angaben zu Aufträgen enthält.
  • Verwenden Sie für kleine Aufträge und kürzere Strecken Lastenfahrräder oder elektrische Leichtfahrzeuge.
  • Bieten Sie Ihren Mitarbeitern ein Jobticket, damit Sie mit dem ÖPNV zur Arbeit kommen können.
  • In städtischen Gebieten können auch Mobilitätsbudgets sinnvoll sein, bei denen sich Ihre Angestellten selbst aussuchen, ob Sie das Geld für den Bus, für Carsharing oder für einen E-Roller ausgeben.
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Lieferkette

  • Achten Sie darauf, dass auch Ihre Lieferanten möglichst nachhaltig wirtschaften.
  • Wählen Sie vermehrt Zulieferer aus der Region und reduzieren Sie so die Anfahrtswege.
  • Berücksichtigen Sie bei der Auswahl Ihrer Lieferanten, ob sie umweltfreundliche Transportmittel verwenden und welche Verpackungen sie einsetzen.
  • Gestalten Sie Ihren Bestellprozess digital, durch Einsatz einer Betriebssoftware mit Schnittstellen zum Großhandel
  • Auch die Einhaltung von fairen Arbeitsbedingungen und Arbeitsschutz gehört zu einer nachhaltigen Lieferkette.
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Mitarbeiter

  • Fördern Sie eine positive Unternehmenskultur, sodass sich Ihre Mitarbeiter wohlfühlen und gerne zur Arbeit kommen.
  • Schaffen Sie die Möglichkeit für eine ausgewogene Work-Life-Balance.
  • Bieten Sie auch alternative Arbeitsmodelle wie Teilzeitbeschäftigung oder die Vier-Tage-Woche an.
  • Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern mithilfe von besonderen Benefits Wertschätzung. Infrage kommen unter anderem Gesundheitsangebote, Bonuszahlungen und Weiterbildungen.
  • Digitale Zeiterfassung ist nicht effizient und umweltfreundlich, da sie den Papierverbrauch durch handschriftliche Stundenzettel überflüssig macht und somit zur Ressourcenschonung und mehr Nachhaltigkeit beiträgt
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Digitalisierung

Tipp: Nachhaltige Unternehmensgründung mit Handwerker-Software

Das STREIT Starterpaket richtet sich gezielt an Gründer eines Handwerkbetriebs, die digital und zukunftsorientiert arbeiten möchten. Durch automatisierte Prozesse und digitale Projektsteuerung lassen sich nicht nur Kosten senken, sondern auch ökologische Fußabdrücke minimieren. Existenzgründer nutzen die STREIT Software mit dem Starterpaket ein Jahr mietfrei. So beginnt Nachhaltigkeit schon beim ersten Auftrag.

STREIT Existenzgründerprogramm

 

Worauf muss man achten? – Umweltauflagen für Unternehmen

Zum Schutz von Umwelt und Gesellschaft hat der Gesetzgeber verschiedene Umweltgesetze erlassen. Wichtige Beispiele sind:

Wichtig für Unternehmer:
Sie sind verpflichtet, sich mit den jeweiligen gesetzlichen Regelungen und Auflagen vertraut zu machen – und diese auch konsequent einzuhalten. Bei Verstößen drohen empfindliche Strafen.

Mögliche Konsequenzen bei Verstößen:

  • Bußgelder von bis zu 50.000 Euro pro Ordnungswidrigkeit (z. B. bei Verstößen gegen das WHG oder BImSchG)
  • Stilllegung des Betriebs im Ernstfall
  • Strafrechtliche Konsequenzen bis hin zu Haftstrafen bei besonders schweren Verstößen

FAQs zu Nachhaltigkeit im Handwerk

Im Folgenden haben wir für Sie noch einmal die wichtigsten Fakten des Gewährleistungsrechts im Handwerk zusammengefasst:

1. Was zählt alles zur Nachhaltigkeit im Handwerk?

Die Nachhaltigkeit im Handwerk umschließt drei Teilbereiche: die Ökologie, die Ökonomie und die soziale Komponente. Bei der ökologischen Säule dreht sich alles um den Umweltschutz, während es beim ökonomischen Teilbereich um den sorgsamen und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen geht. Die soziale Komponente beleuchtet den Umgang mit den Menschen und betrachtet die Gesellschaft als Ganze. Sie soll dazu dienen, faire Bedingungen für alle Menschen zu schaffen. Im Kleinen können Sie das in Ihrem Handwerksbetrieb tun, indem Sie Ihrer Verantwortung für Ihre Mitarbeiter gerecht werden.

2. Wie kann ich als kleiner Betrieb nachhaltig arbeiten?

Nachhaltiges Arbeiten beginnt schon bei den ganz kleinen Dingen wie der papierlosen Kommunikation, die Reduktion der Abfallmengen oder dem Einsparen von Energie. Zudem besteht die Möglichkeit, auf Ökostrom umzusteigen, erneuerbare Energien zu nutzen und mit nachhaltigen Lieferanten aus der Region zusammenzuarbeiten. Informieren Sie sich außerdem über Förderungen zum Umsetzen größerer Projekte.

3. Welche Förderungen gibt es für nachhaltige Handwerksbetriebe?

Handwerksbetriebe in Deutschland können zum Beispiel Förderungen vom BAFA oder der KfW in Anspruch nehmen. Darüber hinaus gibt es verschiedene Förderprogramme in den jeweiligen Bundesländern.

4. Muss ich zertifiziert sein, um als nachhaltig zu gelten?

Eine Zertifizierung oder ein Siegel sind ein Nachweis für Ihre Kunden und Zulieferer, dass Sie nachhaltig wirtschaftlich tätig sind. Sie sind aber kein Muss, um als nachhaltiger Betrieb wahrgenommen zu werden. Wenn Sie auf recycelte Baustoffe setzen, vornehmlich regionale Zulieferer wählen und Ressourcen schonend arbeiten, können Sie sich möglicherweise trotzdem einen Ruf als nachhaltiger Handwerksbetrieb aufbauen. Mit den entsprechenden Zertifikaten ist es natürlich deutlich einfacher. Außerdem wirken Sie dann glaubwürdiger.

5. Wie kann ich mit meinen Nachhaltigkeitskonzepten Werbung machen?

Viele Kunden wissen Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu schätzen. Deswegen sollten Sie diese unbedingt nach außen kommunizieren. Informieren Sie Ihre potenziellen Kunden in Werbebroschüren, auf Flyern, über die Werbung auf Ihren Handwerkerfahrzeugen, auf Ihren Social-Media-Accounts und natürlich auf Ihrer offiziellen Webseite. Listen Sie dort auch unbedingt all Ihre Nachhaltigkeitssiegel und Ihre sozialen Projekte in der Region auf.

Fazit

Durch mehr Nachhaltigkeit bleiben Handwerksbetriebe konkurrenz- und zukunftsfähig. Neue Technologien, ein sorgsamer Umgang mit Ressourcen und faire Arbeitsbedingungen ziehen vielfältige vorteilhafte Effekte nach sich. Prozesse können optimiert, Kosten gesenkt und Mitarbeiter an den Betrieb gebunden werden. Gleichzeitig wirkt sich das nachhaltige Wirtschaften positiv auf die gesamte Gesellschaft aus. Sie senken nicht nur Ihren ökologischen Fußabdruck, sondern werden auch zu einem attraktiven Arbeitgeber, der durch seine soziale Nachhaltigkeit möglicherweise Jobs auf lange Zeit sichern kann.

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