Energieberater Software 2024 – Top-Softwares im Vergleich

Die energetische Planung spielt bei Neubauten eine übergeordnete Rolle. Sie muss nicht nur dem Gebäudeenergiegesetz entsprechen, sondern kann auch langfristig zu einer hohen Energiekosteneinsparung verhelfen. Außerdem tragen Hausbesitzer dadurch zum Umweltschutz bei. Bestandsgebäude werden hingegen häufig einer energetischen Sanierung unterzogen, damit sich ihre Energiebilanz verbessert. Für beide Vorhaben wenden sich die Eigentümer in der Regel an einen Energieberater. Dieser kann mithilfe einer geeigneten Software die besten Maßnahmen für den jeweiligen Fall ermitteln. Darüber hinaus eignet sie sich, um Energieausweise zu erstellen oder um den Kunden Fördermittel zu verschaffen, sodass die energetische Gebäudeoptimierung besonders wirtschaftlich wird. Im folgenden Text erfahren Sie, was es mit dem Gebäudeenergiegesetz auf sich hat, welche weiteren Funktionen eine Energieberater-Software hat und welche Programme auf dem Markt verfügbar sind. Des Weiteren erläutern wir Ihnen, auf welche Kriterien Sie beim Kauf achten sollten.

Energieberater-Software im Vergleich

Die freigegebenen Softwarelösungen zur Energieberatung können sich in ihren Funktionen sowie im Preis unterscheiden. Viele von ihnen sind mit ergänzenden Modulen ausgestattet, sodass Sie sich entweder für die günstige Basisversion entscheiden oder sich ein maßgeschneidertes Programm zusammenstellen können. Wichtige Entscheidungskriterien sind nicht nur der Preis und Funktionsumfang, sondern auch die gewünschte Plattform wie Mac oder Windows. Wir stellen Ihnen einige davon im folgenden Teil unseres Ratgebers näher vor. Manche der Programme können Sie dank einer kostenlosen Testversion vor dem Kauf ausprobieren, sodass es kein Problem sein sollte, verschiedene Angebote miteinander zu vergleichen.

BKI Energieplaner 2024

Der BKI Energieplaner ist übersichtlich gestaltet, sodass er sich für strukturiertes und geordnetes Arbeiten eignet. Er ist als Basisversion für Wohngebäude sowie in der Komplettversion für Wohn- und Nichtwohngebäude erhältlich. Bei Interesse kann er kostenlos getestet werden. Für den Nachweis Klimafreundlicher Neubau benötigen Sie das Zusatzmodul Ökobilanzierung nach QNG.

Aus dem Leistungsspektrum:

  • Energetische Planung von Wohngebäuden
  • Nachweise für das Gebäudeenergiegesetz
  • Bauteilnachweis nach GEG
  • BAFA-Berichte
  • Lüftungskonzept nach DIN 1946-6
  • Ausgabe von Gutachten und Beratungsberichten

BKI Energieplaner

Der „Energieberater“ von Hottengroth

Der Energieberater von Hottengroth dient der Optimierung der Energieeffizienz im Neubau sowie in bestehenden Gebäuden. Die Software wird ständig weiterentwickelt und lässt sich in Kombination mit der Energie-App des gleichen Anbieters verwenden. Per App können die Anwender die Gebäudedaten vor Ort erfassen und sie dann in den Energieberater laden, sodass sie dort weiterverwendet werden können.

Aus dem Leistungsspektrum:

  • Erstellung von Energieausweisen
  • Wirtschaftlichkeitsberechnungen
  • BAFA-Beratungen
  • Sanierungskonzepte
  • Berechnung von KfW-Anträgen
  • Baustoffkataloge
  • Geometrieassistenten
  • Fertige Anlagenschemen

„Energieberater" von Hottengroth

Zub Helena

ZUB Helena ist eine Software für Energieberater, die mit Programmen wie ZUB Helena Heizlast und ZUB Helena Sommer kombiniert werden kann. Möglich ist die energetische Bilanzierung nach DIN 4108, DIN 4701 und DIN 18 599. ZUB Helena ist für das Betriebssystem Windows 10/11 geeignet und kann kostenlos getestet werden:

Aus dem Leistungsspektrum:

  • Erstellung von Energieausweisen
  • Berechnung von Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden
  • Ermittlung des Verbrauchsanpassungsfaktors
  • BAFA-Wordvorlage
  • Zeigt Fördermöglichkeiten an
  • Ergebnisausgabe in Echtzeit
  • Projektdokumentation mithilfe von Grafiken
  • Einfacher Vergleich von Sanierungsvarianten

ZUB Helena

Rowa-Soft Software für energieoptimiertes Bauen

Diese Software von der Rowa-Soft GmbH eignet sich für energieoptimiertes Bauen und steht Ihnen bei der Planung, Beratung und der Erstellung von Energieausweisen zur Seite. Um immer auf dem Laufenden zu sein, was die aktuell geltenden Regelungen und Normen betrifft, wird das Programm nach Angaben des Anbieters circa einmal im Monat aktualisiert. Es läuft auf Windows 7 und auf Windows 10.

Aus dem Leistungsspektrum:

  • Berechnungen von Wohn- und Nichtwohngebäuden
  • Vergleich von Varianten
  • Druckapplikationen für Energieausweise
  • Qualitätssicherung durch einen Projektassistenten
  • DiBT-Schnittstelle

Rowa-Soft

AX3000

Bei der AX3000-Software handelt es sich um ein Plug-in für CAD-Programme. Sie verbindet so die Energietechnik mit der Gebäudetechnik und macht es möglich, dass die Planung in einem einzigen Gebäudemodell zusammengefasst wird. Sie können die Software nicht nur auf Deutsch, sondern auch in vielen anderen Sprachen verwenden. Zudem unterstützt sie die gängigen Normen, die in der Europäischen Union gelten.

Aus dem Leistungsspektrum:

  • Energetische Berechnungen
  • Simulation von Jahres- und Tageszeiten
  • Simulation der Gebäudenutzung
  • Ausstellen von Energieausweisen
  • Integration in ALLPLAN, AutoCAD und BricsCAD möglich
  • Virtual Reality Modul für virtuelle Begehungen des Gebäudes
  • Module für Lüftung, Heizung und vieles mehr

AX3000

EVEBI von Envisys

EVEBI bietet eine einfache Bedienung, die durch einen Assistenten unterstützt wird. Er führt den Nutzer durch das Programm und macht den Einstieg so denkbar einfach. Laut Hersteller ist die Software außerdem stets normenkonform. Bei Bedarf lässt sie sich durch verschiedene EVEBI-Module ergänzen und kann so an die individuellen Ansprüche angepasst werden.

Aus dem Leistungsspektrum:

  • Energieausweise erstellen
  • Nachweise ausstellen
  • Automatisches Generieren von Maßnahmenpaketen
  • Darstellung in Grafiken möglich
  • Prüfung von Fördermöglichkeiten
  • Erstellen von Berichten
  • Zahlreiche Datenbanken zu Anlagentechnik, Baustoffe, Heizkörper und mehr
  • Verschiedene Werkzeuge für den Feuchteschutz, sommerlichen Wärmeschutz oder zum Stromspar-Check
  • Pro-Version auch für Nicht-Wohngebäude geeignet

EVEBI von Envisys

Energieberatungs-Software von Solar-Computer

Solar-Computer setzt auf ein modulares Software-Konzept, bei dem verschiedene Software-Pakete miteinander kombiniert werden können. So bietet das Programm Energieeffizienz-Gebäude nach GEG beispielsweise Schnittstellen für Module wie Ökobilanz nach QNG oder sommerlichen Wärmeschutz. Energieberater können sich bei diesem Hersteller also die ideale Software für ihren Bedarf selbst zusammenstellen:

Aus dem Leistungsspektrum:

  • Energieausweis erstellen
  • Berechnen der Energieeffizienz
  • Verwalten von Bauteilen mit U-Werten
  • Mehr als 60 einstellbare Grafiken und Tabellen
  • Einfaches Umschalten von der Projektbearbeitung auf die Nachweisebene

Energieberatungs-Software von Solar-Computer

Kostenlose Energieberatungssoftware

Die bereits genannten Softwarelösungen sind nach Ablauf des kostenlosen Testzeitraums kostenpflichtig. Es gibt aber auch entsprechende Freeware. Dazu gehören die Energieberater-Software von Knauf Insulation und das Excel-Tool EnEV-XL 5.1. Bedenken Sie aber, dass beide Programme auf dem EnEV basieren, das bereits 2020 vom GEG abgelöst wurde.

Energieberater-Software von Knauf Insulation

Energieberater-Software von Knauf Insulation

Die Software dient der Berechnung und der energetischen Planung von Gebäuden und richtet sich an Architekten, Ingenieure und Energieberater. Sie entspricht dem EnEV 2007.

Aus dem Leistungsspektrum:

  • Wärmeschutzberechnungen
  • Berechnungen zur Optimierung der Gebäudehülle
  • Ermittlung des Primärenergiebedarfs
  • Erstellung eines Energieausweises

Energieberater-Software von Knauf Insulation

EnEV-XL 5.1 vom Institut Wohnen und Umwelt

EnEV-XL 5.1 vom Institut Wohnen und Umwelt

EnEV-XL 5.1 ist ein Excel-Tool, das es möglich macht, die Energiebilanz von Wohngebäuden zu ermitteln. Damit es genutzt werden kann, ist MS Excel ab Version 2000 notwendig.

Aus dem Leistungsspektrum:

  • Randbedingungen können nach dem EnEV oder dem „Leitfaden Energiebewusste Gebäudeplanung“ (LEG) festgelegt werden.
  • Enthält mehrere Klimadatensätze für Deutschland
  • Einzelne Komponenten lassen sich modifizieren

EnEV-XL 5.1 vom Institut Wohnen und Umwelt

Energieberater-Apps

Neben den verschiedenen Softwarelösungen stehen Ihnen als Energieberater oder Architekt weitere praktische Tools zur Verfügung, mit denen Sie Ihre täglichen Arbeitsprozesse vereinfachen und beschleunigen können. Dazu gehören auch die verschiedenen Energieberater-Apps, die Sie einfach auf dem Smartphone installieren und so auch unterwegs gut nutzen können. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, auch vor Ort beim Kunden moderne Technik einzusetzen.

Grundstein App

Diese App wurde von einem Energieberater entwickelt, der seine eigenen Erfahrungen mit eingebracht hat. Sie dient der einfachen Verwaltung verschiedener Projekte und sorgt dafür, dass Sie zu jeder Zeit den Überblick über anstehende Fristen und laufende Energieberatungen behalten. Des Weiteren kann sie zur Kommunikation mit dem Team genutzt werden. Die App ist browserbasiert und lässt sich so auf diversen Endgeräten wie dem Smartphone, dem Tablet oder dem Computer nutzen.

Aus dem Leistungsspektrum:

  • Detaillierte Projektübersicht
  • Erinnerung an Fristen verschiedener Art
  • Standardisierung von Energieberatungsprozessen
  • Automatisierung bestimmter Aufgaben durch KI-Tools
  • Aufgaben an das Team delegieren
  • Bei Fragen hilft der Kundenservice im Chat weiter

Grundstein App

Energie-App von Hottengroth

Die Energie-App von Hottengroth ist hauptsächlich in Kombination mit der Energieberater-Software vom gleichen Anbieter sinnvoll. Die Daten, die in die App eingegeben werden, können nämlich an die Software weitergeleitet werden.

Aus dem Leistungsspektrum:

  • Aufnahme wichtiger Daten wie dem Gebäudegrundriss oder der Anlagentechnik
  • Bilder vor Ort aufnehmen und mit der App erfassen
  • dynamische 3D-Ansicht
  • Datenübertragung über die Cloud
  • Nutzung auf zwei Endgeräten möglich

Energie-App von Hottengroth

Kaufmännische Handwerkersoftware als ganzheitliche Lösung

Als SHK- oder Elektrobetrieb sind Sie oft gleichzeitig als Energieberater für Ihre Kunden tätig. Nutzen Sie zur Verwaltung und Organisation Ihres gesamten Betriebs eine kaufmännische Handwerkersoftware wie Streit V.1 und sorgen Sie damit für eine umfassende digitale Arbeitsweise. Neben der digitalen Abwicklung Ihrer Aufträge mit Kalkulation, Angebots- und Rechnungsstellung besitzen Sie eine digitales Archiv zur rechtssicheren Dokumentation aller Dokumente und E-Mails. Passende Apps sind die perfekte Ergänzung für die Monteure auf der Baustelle. Software und Apps sind umfassend kompatible und miteinander vernetzt für einen transparenten Datenfluss und Informationsaustausch.

Zur Handwerkersoftware

App "Monteur+" zur mobilen Auftragsabwicklung

Streit V.1 ist eine umfassende Softwarelösung, die zusätzlich verschiedene Apps zur Verfügung stellt, welche nahtlos mit der Desktop-Software verbunden sind. Ihre Monteure greifen auf der Baustelle auf Aufträge zu, bearbeiten diese, haben Einblick in alle notwendigen Informationen zum Auftrag und holen die digitale Unterschrift des Kunden ein. Die Rechnungsstellung erfolgt mit wenigen Klicks. Nebenbei werden Arbeitszeiten digital erfasst und der digitale Kalender genutzt, welcher einen Überblick über erledigte und nicht erledigte Aufträge gibt.

Weitere Apps:

  • Monteur+: Diese App ermöglicht die mobile Auftragsabwicklung. Sie können Angebote und Rechnungen einsehen sowie Kunden- und Projektdaten verwalten. Zusätzlich enthält sie eine Übersicht aller Ihrer Termine.
  • Bautagebuch+: Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich hierbei um ein digitales Bautagebuch. Sie können vor Ort Aufnahmen machen und den Baufortschritt festhalten.
  • Aufmaß+: Ermöglicht das digitale Erfassen des Aufmaß direkt auf der Baustelle
  • Zeit+: Digitale Zeiterfassung per Smartphone.
  • Bestell+: Mobiler Einkauf beim Großhandel von der Baustelle.

Handwerker-Apps kennenlernen

Auf diese Funktionen sollten Sie beim Kauf einer GEG-Software achten – Checkliste

Bevor Sie sich für eine der vielen GEG-Softwarelösungen entscheiden, sollten Sie überprüfen, ob sie alle notwendigen Funktionen für Ihren Bedarf bietet. Welche das sind, kann je nach Fall sehr unterschiedlich sein. Die folgenden Punkte sind aber fast immer wichtig:

  • Entscheiden Sie sich für eine freigegebene Software  mit individuellen Sanierungsfahrplan.
  • Es sollte sich um eine Software nach GEG  handeln.
  • Für den reibungslosen Einsatz im Arbeitsalltag sollte die Software eine einfache Bedienung gewährleisten. Das kann unter anderem durch Assistenten erreicht werden.
  • Es muss eine Möglichkeit zur Erfassung der Gebäudedaten vorhanden sein.
  • Achten Sie darauf, dass die Software verschiedene Datenbanken wie etwa zu Baustoffen oder Anlagentechniken enthält.
  • Die Software sollte Fördermittel vorschlagen, damit Sie Ihren Kunden bei der Finanzierung der Sanierungsmaßnahme helfen können.
  • Manche Programme bieten eine Berechnungskorrektur bei der Vereinfachung des Aufmaßes bei Bestandsgebäuden.
  • Mit einem direkten Vergleich von verschiedenen Varianten können Sie die bestmögliche Lösung für Ihre Kunden finden.
  • Durch die automatische Ausgabe von Berichten können Sie Ihrem Auftraggeber Ihre Berechnungen vorlegen.
  • Softwarelösungen, die sich durch Module ergänzen lassen, sind besonders flexibel und können mit Ihnen und Ihrem Leistungsangebot mitwachsen.

Um zu definieren, welche weiteren Funktionen notwendig sind, können Sie ein Pflichtenheft erstellen. Darin schreiben Sie nieder, wie Sie als Energieberater die Aufträge Ihrer Kunden lösen möchten. Daraus lässt sich dann leicht ermitteln, welche Funktionen unverzichtbar sind und welche ein schönes Plus für ihren beruflichen Erfolg, aber nicht unbedingt notwendig wären. Zudem merken Sie so schnell, welche Funktionen für Sie überhaupt nicht relevant sind und dementsprechend auch nicht enthalten sein müssen. Auf die können Sie gut verzichten und eventuell viel Geld beim Kauf der Software sparen.

Integriertes Berechnungsprogramm und Darstellung der Berechnungsergebnisse

Die Software dient in erster Linie dazu, zu berechnen, wie Energie in einem Gebäude eingespart werden kann. Dafür werden verschiedene Daten herangezogen. Eine entscheidende Rolle spielen zum Beispiel die U-Werte oder die CO₂-Bilanz. Achten Sie darauf, dass das Berechnungsprogramm den geltenden DIN-Normen entspricht und dass die Berechnungsergebnisse so transparent und übersichtlich wie möglich dargestellt werden.

Rechenverfahren für öffentlich-rechtliche Nachweise nach DIN V 4108-6 und DIN V 4108-6 und DIN V 4701-10

Die DIN V 4108-6 wurde zur Berechnung des Jahresheizwärme- und des Jahresheizenergiebedarfs verwendet. Mittlerweile ist sie aber zurückgezogen worden. Gleiches gilt für die DIN V 4701-10, in der es um ein Rechenverfahren ging, das zur Bewertung der Gebäudetechnik verwendet wurde. Beide Normen wurden gemeinsam genutzt, um die energetische Bilanzierung von Wohngebäuden zu erstellen. Das war aber nur bis zum 31.12.2013 möglich. Damit Sie mit der Energieberater-Software aber auch weiterhin alte Projekte verwalten können, sollten Sie darauf achten, dass diese Normen nach dem EnEV dennoch berücksichtigt werden.

DIN V 18 599

Am 01.01.2024 trat die zweite Novelle des GEG in Kraft und mit ihr wurde auch die Verwendung der DIN V 18 599 für die Erstellung von Nachweisen und Energieausweisen zur Pflicht. Deswegen sollte die von Ihnen ausgewählte Energieberater-Software unbedingt die DIN V 18 599 erfüllen.

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Gebäudeerfassung

Damit Sie überhaupt mit der Energieberatung beginnen können, müssen Sie zunächst alle relevanten Daten des Gebäudes erfassen. Die manuelle Eingabe kann sehr zeitraubend sein, weswegen Sie nach anderen Möglichkeiten Ausschau halten sollten. Bewährt haben sich Faltmodelle oder die dreidimensionale Modellierung von Gebäuden. Besonders praktisch ist es auch, wenn ein Datenimport via Schnittstelle aus einem CAD-Programm möglich ist. Trotz aller Vereinfachungen bei der Gebäudeerfassung sollten Sie die fertigen Modelle immer genau kontrollieren und gegebenenfalls manuelle Korrekturen durchführen.

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Erfassung von Anlagentechnik in Datenbanken

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Erfassung der Anlagentechnik, zu der Warmwasser, Lüftung und Heizung gehören. Um diesen Prozess zu vereinfachen, stellt eine Energieberatersoftware Datenbanken zur Verfügung. Auch Assistenten helfen bei der Erfassung.

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Ausdrucke und Berichte

Eine gute Energieberater-Software sollte Berichte verschiedener Art ausgeben:

  • BAFA-Energieberatungsberichte
  • KfW-Nachweise
  • Kurz- oder Langberichte

Die Berichte bedürfen immer eines gewissen Zeitaufwands, da sie sehr individuell ausfallen können. Durch Berichteditoren lässt sich die Arbeit aber deutlich vereinfachen und im besten Fall sogar beschleunigen. Sie stellen Textbausteine zur Verfügung und machen es möglich, Grafiken oder Tabellen zu integrieren. Oft können sogar eigene Textbausteine hinzugefügt werden. Nach der Fertigstellung können die Berichte ausgedruckt oder als PDF-Datei in digitaler Form abgespeichert werden. Darüber hinaus können sie natürlich per E-Mail verschickt werden. Es ist desweiteren ratsam, handschriftliche Berichte zu digitalisieren, um sämtliche Unterlagen auch in digitaler Form zur Verfügbar zu haben.

Wichtige Infos zum Gebäudeenergiegesetz?

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) soll der Einsparung von Energie dienen und zur vermehrten Verwendung von erneuerbaren Energien führen. Diese können zum Beispiel durch Fotovoltaikanlagen oder durch Wärmepumpen erzeugt werden. Übergeordnete Zielsetzung ist ein Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele der Bundesregierung. Demnach soll bis 2045 die Treibhausgasneutralität in Deutschland zur Realität werden. Das GEG ist der Nachfolger der Energiesparverordnung (ENEV), dem Energieeinsparungsgesetz (EnEG) und dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). Es ersetzt alle drei Vorgänger und fasst nun alle wichtigen Vorschriften für beheizte oder klimatisierte Gebäude in sich zusammen:

  • Geregelt wird unter anderem, wie viel Energie Neubauten höchstens verbrauchen dürfen.
  • Auch die Dämmung von Heizungs- und Wasserleitungen wird im Gesetz vorgeschrieben.
  • Im GEG ist zudem festgelegt, wie hoch der Wärmeverlust über die Außenwände eines Gebäudes sein darf. Bei Neubauten soll er nicht über dem des vorgegebenen Referenzgebäudes liegen.
  • Ferner sieht das GEG eine Pflichtberatung durch einen Energieberater vor, wenn es zu einem Eigentümerwechsel eines Gebäudes kommt oder wenn ein bestimmtes Sanierungsvorhaben geplant ist.

Das GEG bezieht sich auf bestimmte Gebäudetypen. Dazu gehören Wohngebäude, Nicht-Wohngebäude und öffentliche Gebäude. Es gibt aber auch Bauwerke, die nicht unter das GEG fallen. Das trifft auf Gewächshäuser, unterirdische Bauten, Stallanlagen, Zelte und religiöse Gebäude zu.

Neuerungen ab 2023

Das Gesetz gilt seit dem 1. November 2020. Im Jahr 2023 wurde die erste Novelle ins Leben gerufen. Sie enthielt eine Senkung des Jahres-Primärenergiebedarfs von 75 auf 55 Prozent im Neubau. Damit ist gemeint, wie viel Energie pro Jahr für das Heizen oder Klimatisieren in einem Gebäude aufgebraucht wird. In Neubauten muss der Verbrauch laut Gesetz jedoch unter dem Wert eines vorher festgelegten Referenzgebäudes liegen.

Neuerungen ab 2024

Die zweite Novelle des Gesetzes trat am 1. Januar 2024 in Kraft. Sie beinhaltet eine Reihe von aktualisierten Regelungen zum Einbau neuer Heizungen:

  • Alle neuen Heizungen müssen mindestens 65 Prozent aus erneuerbaren Energien beziehen. Das gilt vor allem für Neubauten in Neubaugebieten. Bei bereits bestehenden Gebäuden sind die individuellen Übergangsfristen zu beachten.
  • Neubauten, die sich außerhalb von Neubaugebieten befinden, müssen die neuen Vorschriften dann erfüllen, wenn die kommunale Wärmeplanung vorliegt. Das soll laut Gesetzgeber bis spätestens Mitte 2028 der Fall sein.
  • Bestehende Heizungen müssen nicht ersetzt werden, sondern dürfen weiterhin genutzt werden. Falls es zu einem Defekt kommt, ist auch die Reparatur erlaubt.
  • Eigentümer können auf verschiedene Formen der erneuerbaren Energie zurückgreifen. Neben der allseits bekannten Wärmepumpe besteht auch die Möglichkeit, eine Heizungsanlage einzubauen, die auf Solarthermie setzt. Sogar Gasheizungen sind erlaubt, sofern sie zu mindestens 65 Prozent Biomethan oder biogenes Flüssiggas verwenden.

Wer benötigt eine GEG-Software?

Seit das GEG in Kraft getreten ist, sind Energieberater dazu verpflichtet, eine Software zu verwenden, die dem Gesetz entspricht. Sie kann zur Berechnung von Wärmebrücken, zur Ökobilanzierung von Gebäuden oder für die Ermittlung der Heizlast verwendet werden und spielt so, eine wichtige Rolle bei der Energiebilanzierung von Neubauten und Bestandsgebäuden.

Was leistet eine Energieberater-Software?

Ganz abgesehen davon, dass eine solche Software seit Einführung des GEG unter bestimmten Voraussetzungen zwingend eingesetzt werden muss, kann sie eine echte Erleichterung für die Arbeit als Energieberater sein. Unter anderem bietet sie diese Vorteile:

  • Mithilfe der Software lassen sich Arbeitsabläufe beschleunigen, denn die Analyse der vorhandenen Daten kann damit viel schneller durchgeführt werden. Auch die Erfassung der Gebäudedaten ist mit vielen Programmen zeitsparend realisierbar.
  • Die Software ermöglicht eine genaue Berechnung und liefert bei richtiger Anwendung und entsprechender Zertifizierung sichere Ergebnisse.
  • Sie umfasst eine ganze Reihe von möglichen Prozessen rund um die Energieberatung. Dazu gehören die Erstellung von Energieausweisen oder die Ermittlung von Fördermitteln.
  • Wichtige Faktoren im Bereich der Energieplanung sind eine Lüftungskonzeption und die Heizlastberechnung. Auch sie können mit einer entsprechenden Software besonders leicht durchgeführt werden.
  • Eine gute Energieberater-Software entspricht außerdem den geltenden DIN-Normen. Somit gehen Sie sicher, dass Sie diese Vorschriften auch erfüllen.

Erstellung von Energieausweisen

Energieausweise müssen bestimmten Anforderungen gerecht werden und alle notwendigen Angaben zum Gebäude wie die Energieeffizienzklasse, den Energieträger, den Energiebedarf und das Baujahr der Immobilie enthalten. Unterschieden wird zwischen dem bedarfs- und dem verbrauchsorientierten Energieausweis. Beide Varianten können mit einer Software relativ unkompliziert erstellt werden. Der verbrauchsorientierte Energiebedarf orientiert sich am tatsächlichen Energieverbrauch der Bewohner, während bei der bedarfsorientierten Version der Energiebedarf anhand des Gebäudes berechnet wird. Er ist also unabhängig vom Nutzer und deswegen aussagekräftiger.

Energie- und Förderberatung

Mit der richtigen Software können Energieberater ihren Kunden die effizientesten Lösungen zur energetischen Sanierung oder zur möglichst energetischen Planung des Neubaus vorstellen. Hier ist es wichtig, dass nicht nur starre Randbedingungen herangezogen werden, sondern der Energieberater individuell auf die Umstände vor Ort eingeht und dementsprechend plant. Eine Software mit den passenden Tools zur Berechnung und einer ganzen Reihe von hilfreichen Assistenten kann diese Arbeit deutlich vereinfachen. Darüber hinaus ermöglicht sie eine wirtschaftliche Planung, bei der auch Fördermittel mit einberechnet werden. Manche Programme schlagen direkt verfügbare Fördermöglichkeiten vor, sodass der Energieberater diese seinem Kunden vorstellen kann. Damit das reibungslos funktioniert, muss der Software-Hersteller regelmäßige Aktualisierungen durchführen und stets die passenden KfW- und BAFA-Programme integrieren.

Energieplanung: Gebäudeplanung und Sanierungsfahrplan

Die Energieplanung bei Neubauten unterliegt dem GEG und muss deswegen besonders effiziente Ergebnisse liefern. Die Software unterstützt Sie bei der Berechnung der Heizlast oder der Ertragsberechnung von PV-Anlagen. Dabei können Sie verschiedene Varianten durchspielen und diese miteinander vergleichen. Bei Bestandsgebäuden geht es hingegen vielmehr darum, die aktuelle Situation zu verbessern und für eine energetische Sanierung zu sorgen. Auch hierfür ist die Software hervorragend geeignet. Sie macht es möglich, die Gebäudedaten zu erfassen, sodass Sie anhand dieser und mithilfe Ihrer Berechnungen einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen können. Darin legen Sie Ihren Kunden detailliert dar, welche Maßnahmen ergriffen werden können und welches Einsparpotenzial jede einzelne davon birgt. Sofern es eine Berechtigung für Fördermittel gibt, können Sie das mithilfe Ihrer Software ebenfalls herausfinden und stellvertretend für Ihren Kunden den Antrag stellen.

Bauphysikalische Detailuntersuchung

Für die energetische Optimierung spielen auch bauphysikalische Überlegungen eine Rolle. Tatsächlich können sie dazu beitragen, den Energiebedarf eines Gebäudes zu verringern und zum Beispiel für eine bessere Isolierung sorgen. Die Datenbanken einer Energieberater-Software und die U-Wert-Berechnung einzelner Baustoffe können hier sehr aufschlussreich sein.

Einsatz bei Photovoltaik, Wärmepumpen und BHKWs

Mit einer Energieberater-Software können Sie ermitteln, inwiefern Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und BHKWs die Energiebilanz eines Wohngebäudes optimieren. In Neubauten können sie dafür sorgen, dass der vorgeschriebene Primärenergiebedarf eingehalten wird. In Bestandsgebäuden dienen sie hingegen der Senkung des Energieverbrauchs und somit auch der Verringerung der Energiekosten.

Photovoltaikanlagen

Photovoltaikanlagen wandeln die Energie des Sonnenlichts in Strom um und können so einen Teil des Energiebedarfs eines Gebäudes decken. Wie viel das ist, hängt von der Größe der Anlage sowie von ihrer Ausrichtung ab. Wenn sie nicht nach Süden ausgerichtet ist, kommt es bereits zum Ertragsverlust, der selbstverständlich eingeplant werden muss. Ein weiterer wichtiger Faktor ist, ob es einen Energiespeicher für die Sonnenenergie gibt oder nicht. Falls er vorhanden ist, kann der erzeugte Strom auch zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden, sodass sich der Ertrag steigert. All diese Komponenten spielen für die Berechnung eine wichtige Rolle und sind für Laien nur schwer überblickbar. Als Energieberater können Sie Ihre Kunden unter anderem zu Inselanlagen oder zu Anlagen zur Netzeinspeisung sowie zur Eigennutzung beraten.

Wärmepumpen

Wärmepumpen dienen im Gegensatz zu den Fotovoltaikanlagen nicht der Stromerzeugung. Sie werden vielmehr als nachhaltige Heizlösung eingesetzt und ziehen ihre Energie aus dem Boden, aus der Luft oder aus dem Grundwasser. Nicht in allen Gebäuden lohnt sich der Einbau, sodass vorher eine genaue Bewertung der Lage mit Einbeziehung von allen wichtigen Kriterien notwendig ist. Mit der richtigen Software können Sie die Wirtschaftlichkeit prüfen und ermitteln, welchen Unterschied eine neue Wärmeerzeugereinheit in Form einer Wärmepumpe machen würde.

BHKWs

BHKW steht für ein Blockkraftheizwerk. Das verwendet das sogenannte Kraft-Wärme-Kopplungsprinzip, um Strom oder Wärme zu gewinnen. Im Kontext der Energieeinsparung sind BHKWs insbesondere aufgrund ihres hohen Wirkungsgrades interessant. Anders als bei der Wärmepumpe oder der Fotovoltaikanlage handelt es sich hier allerdings nicht um eine erneuerbare Energiequelle, denn für den Betrieb muss ein Brennstoff eingesetzt werden. Dabei kann es sich um Holz, Öl oder eine Form von Gas handeln. Oft werden sie in Altbauten eingesetzt, um den dort vorhandenen hohen Wärmebedarf zu decken.

Freigegebene Software für einen individuellen Sanierungsfahrplan

Der individuelle Sanierungsfahrplan dokumentiert, welche Maßnahmen zur energetischen Sanierung ergriffen werden können, wie hoch die Kosten dafür sein werden und welche Fördermittel zur Verfügung stehen. Er darf aber nur mit einer freigegebenen Bilanzierungssoftware erstellt werden. Diese können Sie laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle aktuell bei einem dieser Hersteller erwerben:

  • AX 3000
  • BKI GmbH
  • Envisys
  • Hottgenroth
  • Kern Ingenieurkonzepte
  • Leuchter
  • Solar-Computer GmbH
  • Rowa-Soft GmbH
  • ZUB Systems

Natürlich kann sich diese Liste im Laufe der Jahre erweitern. Schauen Sie deswegen am besten unter folgendem Link nach, der führt Sie zum Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Dort finden Sie eine Liste mit geeigneten Herstellern.

Hier geht´s zu Liste

Fazit

Durch die Verwendung einer Energieberater-Software können Sie im Arbeitsalltag viel Zeit sparen, Routine-Vorgänge automatisieren oder zumindest stark vereinfachen und mehrere Varianten miteinander vergleichen. Die Programme unterstützen Sie außerdem bei der Erstellung von Energieausweisen und bei der Anfertigung von Berichten. Um Ihren Kunden den bestmöglichen Service bieten zu können und auch den gesetzlichen Anforderungen sowie den geltenden Normen gerecht zu werden, sollten Sie also nicht auf die Verwendung einer solchen Software verzichten. Bei der Auswahl sollten Sie auf wichtige Funktionen wie die Art und Weise der Gebäudeerfassung achten. Auch eine einfache Bedienbarkeit mithilfe diverser Assistenten ist von Vorteil. Bei Bedarf können Sie die Software durch eine Energie-App für unterwegs ergänzen. Bevor Sie sich für ein Produkt entscheiden, erstellen Sie am besten ein Pflichtenheft und ermitteln damit, welche Funktionen für Ihre Zwecke relevant sind.

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