Social Media im Handwerk – Wettbewerbsvorteil nutzen

Bereits rund 90 Prozent aller in Deutschland ansässigen Unternehmen greifen im Berufsalltag auf soziale Medien zurück, jedoch scheint das Handwerk hinterherzuhinken. Nach eigenen Angaben nutzt nur rund ein Drittel aller befragten klein- und mittelständischen Betriebe die innovativen technischen Möglichkeiten für ihr Marketing. Dabei fehlt es den wenigsten an Zeit oder Know-how: Viele zweifeln am Sinn von Social-Media-Kampagnen. Ob sie wissen, dass sich mehr als die Hälfte ihrer Kunden per Facebook und Co. über Dienstleistungsangebote informiert?

Inhalt

Vorteile von Sozialen Medien für Handwerksbetriebe

Nicht jedem Trend muss gefolgt werden, nicht jeder Hype hat seine Berechtigung. Der Nutzen von Social Media Channels im Zuge der Firmenführung wird allerdings von kaum jemandem infrage gestellt. Mögen Ihre Auftragsbücher gerade auch voll sein, so lohnt dennoch ein Blick in die Zukunft. Verpassen Sie jetzt den Anschluss, sind Ihnen Ihre Mitbewerber später einen Schritt voraus. Bereits mit einfachen Social-Media-Maßnahmen profitieren Sie in vielerlei Hinsicht. Sie

  • vergrößern Ihre Reichweite
  • gewinnen Neukunden
  • halten Stammkunden
  • erreichen Auszubildende
  • erfahren von Fachkräften
  • können mit Partnerfirmen kooperieren
  • verbessern Ihr Image
  • erlauben Einblicke in Ihre Arbeit
  • steigern die Interaktivität
  • können auf Kritiken reagieren

Bei all dem ist eine einfache Messung Ihrer Zielerreichung und jederzeitige Anpassung Ihrer Strategie problemlos möglich.

Lohnt sich der Aufwand?

Nehmen Sie sich die Zeit und erstellen eine individuelle Kosten-Nutzen-Rechnung. Zunächst nur im Groben – wägen Sie im Voraus mögliche Vorteile gegen einen voraussichtlichen Zeit- und Kostenaufwand ab.

Fachkräfte finden

Sie wissen es am besten: Viele Handwerksbetriebe leiden derzeit unter akutem Fachkräftemangel. Suchen Sie bereits seit einiger Zeit erfolglos einen weiteren Mitarbeiter, haben Sie höchstwahrscheinlich noch nicht auf die moderne Art der Personalbeschaffung zurückgegriffen. Nach einer bundesweiten Studie mit Handwerksbetrieben von bis zu 16 Mitarbeitern bewarben sich auf analoge Stellenanzeigen bis zu vier Gesellen – bei Kosten für den Betrieb von bis zu 3.000 Euro. Ein gutes Jahr nach Beginn ihrer Social-Media-Kampagnen stieg die Anzahl der Bewerber auf rund 20 – zu einem guten Viertel der Kosten. Einer der Gründe: Digitale Netzwerke ermöglichen nicht nur zielgruppengenaue Werbekampagnen, sondern versetzen Sie auch umgehend in eine interaktive Echtzeit-Kommunikation mit Interessenten.

Aufwand minimieren

Sie wissen gerade nicht, wie Sie all Ihre Arbeit an einem Tag verrichten können – da bliebt Ihnen wirklich keine Zeit für Blogbeiträge oder Twitter-News? Sie haben recht: Schnell mal so nebenbei lassen sich keine erfolgreichen Kampagnen über Social Media führen. Doch auch Entwürfe für Ausschreibungen in Printmedien oder gedruckte Flyer sind nicht in zwei Minuten verfasst. 20 Minuten am Tag – viel mehr müssen Sie zu Beginn nicht einplanen, doch die Resonanz wird sich schon bald auszahlen. Wahrscheinlich finden Sie mit der Zeit sogar Gefallen daran, mit Ihren Kunden auf so flexible Weise zu kommunizieren. Und wenn nicht? Haben Sie mit Sicherheit einen Azubi oder Gesellen, der sich gerne um den Aufbau einer eigenen Community kümmert.

Kosten senken

Auch Social Media kostet nicht nur Arbeitszeit, sondern je nach Bedarf auch Geld. Die Höhe der Summe richtet sich allein nach Ihren Wünschen – die Spanne reicht von kostenlosen Kanälen für alltägliche Posts über festgesetzte Beträge pro Klick auf Ihre Anzeige bis zu drei- bis vierstelligen Preisen für Employer Branding Profile oder die Inanspruchnahme externer Agenturen. Verglichen mit Printmedien allerdings fahren Sie hier immer noch günstig. Allein für eine halbseitige Anzeige in einem regionalen Tagesblatt können Sie gut und gerne rund 500 Euro kalkulieren. Ein weiterer Vorteil des kostenpflichtigen Social Media Advertising: Sie können dank verschiedener Tools jederzeit den Erfolg Ihrer Maßnahmen messen.

Kunden akquirieren und halten

Nicht nur Fachkräfte, auch Bestands- und potenzielle Neukunden lassen sich über Social-Media-Kanäle optimal erreichen. Auch ein Resultat repräsentativer Erhebungen: Gut die Hälfte der Befragten Konsumenten wünscht sich von ihren Handwerksbetrieben eine intensivere Nutzung der sozialen Kanäle. Posten Sie Neuigkeiten oder Referenzbilder oder bleiben Sie einfach durch regelmäßige Grüße in regem Austausch – und in Erinnerung

Tipp: Digitalisierung auf allen Ebenen vorantreiben

Nicht nur im Bereich Kundengewinnung, Image und Bekanntheit können Sie digital über Social Media Kanäle viel erreichen. Auch in anderen Bereichen sollten Sie an Ihrer Digitalisierung arbeiten. Mit einer Handwerkersoftware wie der Software Streit V.1 verwalten und organisieren Sie Ihren Betrieb übersichtlich, zeitsparend und effizient. Damit steigern Sie Kundenzufriedenheit, Mitarbeiterzufriedenheit und letztlich Ihren Gewinn.

Mehr zur Handwerkersoftware Streit V.1

Social Media Strategie: Schritt für Schritt Anleitung

Der erste Schritt ist der schwierigste – haben Sie einmal eine Strategie entworfen und implementiert, werden Sie schon bald routinierter zu Smartphone und Tablet greifen. Doch die Basis muss stimmen. Entwickeln Sie also ein maßgeschneidertes Konzept. Definieren Sie Ziel und Zielgruppe, erwägen Sie die passenden Social-Media-Channels, erstellen Sie sich einen Zeitplan und prüfen Sie regelmäßig, wie weit Sie bereits gekommen sind.

Smart gewinnt

Es kommt aus dem analogen Marketing, lässt sich jedoch wunderbar auf die virtuelle Welt ausweiten: Stellen Sie die fünf „SMART“-Ziele sicher. Die jeweiligen Anfangsbuchstaben stehen aus dem Englischen übersetzt für

  • Spezifisch – präzensieren Sie, was Sie erreichen möchten
  • Messbar – sorgen Sie für eine jederzeit mögliche Überprüfung Ihrer Strategie
  • Realisierbar – hängen Sie die Latte nicht zu hoch
  • Relevant – konzentrieren Sie sich auf Kernpunkte
  • Terminiert – setzen Sie sich einen Zeitrahmen

Im Folgenden finden Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Ihre Social-Media-Kampagne.

Unternehmensziele festlegen

Sie müssen sich nicht für ein Ziel entscheiden. Doch auf zu vielen Hochzeiten gleichzeitig sollten Sie auch nicht tanzen. Was ist aktuell Ihr dringendster Wunsch? Möchten Sie Ihre Bekanntheit vergrößern, die Kundenbindung verbessern, auf ein Nischenangebot hinweisen? Auch können Sie sich der Aufmerksamkeit von Auszubildenden gewiss sein. Nicht nur erreichen Sie die junge Generation über soziale Medien besonders gut. Sie beweisen vor Ihren künftigen Handwerkergesellen so auch Zeitgeist – ebenso, wie Sie sich bei allen anderen Usern eine moderne Reputation erarbeiten.

Zielgruppe analysieren

Wen möchten Sie ansprechen? Mitarbeiter, Kunden? Versuchen Sie, so viel wie möglich über Ihre Zielgruppe in Erfahrung zu bringen. Gehören Ihre Kunden einer bestimmten Altersgruppe an, suchen Sie ausschließlich regional? Auskünfte zum digitalen Userverhalten erhalten Sie im Internet, zur Konkurrenz bei Ihrer Handwerkskammer. Denn auch das hilft: ein Blick auf Ihre Mitbewerber. So entwickeln Sie ein Gefühl für die Art und Weise, in der in Ihrer Branche soziale Netzwerke genutzt werden. Sie müssen nicht versuchen, es anderen gleichzutun. Doch vielleicht entdecken Sie eine nicht-beachtete Zielgruppe, möchten eine gute Idee an Ihren Bedarf anpassen oder erkennen, welche Wortwahl potenzielle Neukunden besonders anspricht.

Kanäle auswählen

Einer der Schlüsselfaktoren für Social Media im Handwerk: die geeigneten Kanäle zu besetzen. Denn die Zeiten vom konkurrenzlosen Facebook sind vorbei. Sie haben die Wahl zwischen einer Vielzahl an Portalen, die Sie nicht umfassend bedienen sollten. Andernfalls laufen Sie Gefahr, zu schnell, zu wenig oder zu spät zu agieren und reagieren. Alte News oder unscharfe Fotos verärgern User mehr, als gar nicht in Erscheinung zu treten.

Welches Netzwerk es sein darf, hängt von Ihrem Ziel und Ihrer Zielgruppe ab. Möchten Sie in erster Linie werben, einfach aus Ihrem Alltag als Elektriker oder Dachdecker berichten oder mit anderen Unternehmen in Kontakt treten? Auch soziale Netzwerke decken nicht die komplette Gesellschaft, auch sie fokussieren sich.

Zeitaufwand: Verantwortung klären

Wie viel Zeit Sie am Ende für Ihre Social-Media-Kampagne aufwenden, hängt unter anderem ebenfalls von den gewählten Kanälen ab. Während Sie bei Pinterest über eine relativ lange Zeitspanne Ihr Foto posten können, ist beim kurzlebigen Twitter Aktualität gefragt. Hier sollten Sie mehrmals täglich Ihr Smartphone zücken und aktuelle Kommentare absetzten.

Bevor Sie Twitter und Co. nun sofort aus Ihrer Liste streichen, greifen Sie einfach zu Plan B – oder sogar C. Denn Sie können die Aufgabe Ihrer Social-Media-Präsenz natürlich auch delegieren und entweder einen Mitarbeiter odereine professionelle Agentur beauftragen.

Interne Bearbeitung

Vielleicht gibt es unter Ihren Beschäftigten einen Social-Media-Fan? Die Wahrscheinlichkeit ist gar nicht so gering, vor allem, sollten Azubis oder junge Gesellen für Sie tätig sein. Je vertrauter einer Ihrer Angestellten mit den digitalen Plattformen ist, desto weniger Zeit wird er für die erforderlichen Beiträge benötigen. Ein weiterer Vorteil: Sie legen demonstrativ Vertrauen und Verantwortung in die Hände Ihrer Lehrlinge, stärken die Bindung an Ihren Betrieb und erarbeiten sich nach außen eine Reputation als modernes Handwerk. Möglich ist natürlich auch eine Aufgabenteilung unter allen, die Lust dazu haben. Gibt es einen Hobby-Fotografen, der Ihre Arbeitsschritte auf der Baustelle bildlich dokumentieren möchte? Dazu jemanden, der Spaß am Formulieren knapper, origineller Texte hat? Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern: Mit Sicherheit finden sich Interessierte.

Externe Unterstützung

Scheitert es an hilfreicher interner Unterstützung oder möchten Sie Ihr Social-Media-Marketing von vornherein professionell aufziehen, können Sie dafür auch eine Agentur beauftragen. Einige unter ihnen haben sich sogar auf das Handwerk in Deutschland spezialisiert. Sie haben die Wahl zwischen kleinen, persönlichen und großen, bundesweit tätigen Agenturen. In der Regel haben Sie die Wahl zwischen einer Bezahlung pro Stunde oder einer pauschalen Kostenbegleichung für ein Leistungspaket. Inhalt und Umfang bestimmen Sie selbst, oft laufen diese Verträge über einen Mindestzeitraum von einem Jahr, mit vierstelligen Beträgen sollten Sie für diese Dauer rechnen. Seien Sie geduldig: Selbst Profis benötigen einige Monate, um rund um Ihren Betrieb eine treue Community aufzubauen und Erfolge im Marketing und Personalwesen vorzuweisen.

Umsetzung planen

Social Media hat seine Tücken: Posten Sie zu häufig und zu viele Informationen, kann sich das ebenso negativ auswirken wie zu lange Pausen zwischen Ihren Veröffentlichungen. Um im anstrengenden Arbeitsalltag nicht auch noch ständig an Ihre Posts denken zu müssen, empfiehlt sich die Einrichtung eines Terminplans. Dabei können Sie sich über digitale Kalenderfunktionen an die erforderlichen Zeiten erinnern lassen oder auch Apps für eine automatische Schaltung von Posts nutzen. Als Richtwerte gelten für

  • Facebook: einmal täglich
  • Instagram: ein- bis zwei Feeds pro Woche
  • Twitter: bis zu fünfmal am Tag
  • LinkedIn / Xing: zwei- bis drei Posts wöchentlich

Netzwerkeigene Analytics-Tools ermöglichen Ihnen eine stete Überprüfung und bedarfsgerechte Anpassung Ihrer Strategie.

Tipps zur Optimierung

Beherzigen Sie die Grundregeln für die Nutzung Ihrer jeweiligen Social-Media-Kanäle, werden Sie schon viel erreichen können. Doch es ist Luft nach oben: mit den folgenden Tipps werden Sie noch schneller noch erfolgreicher sein.

Social Media braucht Zeit: Einige Monate werden vergehen, bevor die Erfolge Ihres Arbeitsaufwands messbar werden. Verlieren Sie nicht Ihre Motivation, freuen Sie sich darüber, mit Ihren Kunden auch ohne akuten Auftrag in Kontakt zu treten. Betrachten Sie Ihr Netzwerken nicht als Arbeit, werden Sie schnell Spaß daran finden und nicht ans Aufgeben denken.

Versetzen Sie sich in Ihre Zielgruppe, bevor Sie etwas posten. Nutzer wünschen Mehrwert – den Sie als Handwerker ihnen problemlos bieten können. Halten Sie bildlich fest, beherrschen Sie eine außergewöhnliche Technik, bieten Sie Antworten auf Fragen zu bestimmen Arbeitsschritten oder inspirieren Sie Ihre Leser zum Nachmachen oder zur Auftragserteilung!

Sie haben bereits ein Logo, Visitenkarten und eine E-Mail-Signatur? Dann passen Sie Ihre Instagram-Story oder Blogartikel hinsichtlich Farbe, Schrift und Gestaltung an. Mit einer stimmigen Corporate Identity schaffen Sie Vertrauen und erhöhen Ihren Wiedererkennungswert.

Regelmäßigkeit ist das A und O für eine erfolgreiche Social-Media-Kampagne. Zeigen Sie Präsenz, veröffentlichen Sie spannende Beiträge, halten Sie Ihre Zielgruppe durch Vorher-Nachher-Fotos oder auch einmal einfach nur Unterhaltendes aus Ihrem Büro bei der Stange. Die Ansprüche sind hoch: Legen Sie Ihr Smartphone nach einem Blog für eine Woche beiseite, werden Ihre Follower Ihnen nach dieser Zeit schon nicht mehr folgen.

Sie erhalten ein „Gefällt mir“, eine Nachfrage zu Ihrem letzten Post, einen positiven oder kritischen Kommentar? Lassen Sie nichts davon unbeachtet! Interaktion ist das Zauberwort, das Ihr Profil stärken und für ein Wachstum Ihrer Community sorgen wird.

Mit sogenannten Hashtags können Sie bestimmte Begriffe aus Ihrem Text visuell hervorheben und einer speziellen Thematik zuweisen. Das Raute-Symbol wird von Facebook sogar in die Keyword-Suche integriert – so werden Nutzer bei Eingabe des Begriffes automatisch zu Ihrem Profil verwiesen. Auch hier ist die goldene Mitte gefragt: Ihre Schlagwörter sollten weder en vogue sein noch Laien unbekannte Fachbegriffe widerspiegeln.

Facebook erlaubt die Schaltung von Werbung ausschließlich Unternehmen mit einem Business Account, auch Anzeigen auf Instagram werden über den Facebook Werbeanzeigenmanager generiert. Sie bestimmen die Art der Kampagne, maximale Kosten und Laufzeit, die Platzierungen werden automatisch ausgespielt. Auch einmalige Bewerbungen sind möglich – ebenso wie bei Twitter, bei dem Sie auch ohne Business-Account Anzeigen schalten können. YouTube verlangt einen Account bei Google Adwords, die Anzeigen werden gezielt zu den passenden Suchanfragen geschaltet. Alle Angebote sind kostenpflichtig und werden auf Basis Ihrer Wünsche kalkuliert.

Verlinkungen zwischen Ihrem Internetauftritt auf Ihrer eigenen Website und Ihren sozialen Kanälen erfordern so gut wie keinen Aufwand, zeigen aber große Wirkung. Platzieren Sie dafür die bekannten Icons bzw. Logos der einzelnen Portale deutlich sichtbar auf Ihrer Startseite. So wissen Ihre Webseitenbesucher sofort, wohin Sie bei einem Klick auf das Symbol weitergeleitet werden. Durch die Verwendung sogenannter Social Plugins erleichtern Sie ihnen das Teilen Ihrer Inhalte.

Drei Uhr nachmittags, Zeit zum Posten – doch Sie stecken gerade mitten in der Installation eines neuen Heizkessels? Kein Problem: Nutzen Sie einfach eines der zahlreichen Online-Tools, durch die Sie Ihre Beiträge automatisch zu zuvor eingegebenen Zeiten auf dem gewünschten Portal hochladen können. Pflegen Sie Ihre Website durch WordPress, finden Sie auch hier eine breite Auswahl gebührenfreier Plugins. Neben den externen Apps und internen Add-ons können Sie für Facebook auch das unternehmenseigene Creator Studio nutzen. Was Sie hier erstellen, wird nach entsprechender Verbindung der Netzwerke auch auf Instagram publiziert.

So interessant der Inhalt sein mag: Die wenigsten Social-Media-Nutzer möchten minutenlang Texte lesen. Fotos und Videos hingegen ziehen immer. Zeigen Sie die unterschiedlichen Ansichten des Badezimmers vor und nach der Sanierung, lassen Sie Ihre Follower am Bau des Swimmingpools bildlich teilhaben. So halten Sie die Spannung hoch und überzeugen Sie durch Taten und nicht nur durch Worte von Ihrem Können.

Selbst auf der Suche nach Azubis sollten Sie sich nicht gezwungen fühlen, in die aktuelle Jungendsprache zu wechseln. Verzichten Sie auf jeden Jargon, sofern er nicht Teil Ihres Betriebes ist und Ihre Authentizität widerspiegelt. Regionales Vokabular ist erlaubt, sofern es sich nahtlos in Ihre Texte einfügt. Sie können es sogar zu Ihrem Markenzeichen machen. Doch bleiben Sie sich stets selbst treu. Ihre Leserschaft kann natürliche von gewollten Kommentaren sehr gut unterscheiden – und wird sich immer für erstere entscheiden.

Social Media im Handwerk in der Praxis - Interview mit Firma Kempf GmbH & Co. KG.

Welche Rolle spielt Social Media für Sie?
Für uns ist Social Media zu einem wichtigen und bedeutenden Kommunikationsweg geworden. Wir erreichen einfach und regelmäßig unsere Zielgruppe und können transparent und zielgerichtet sowohl unsere Leistungen als auch uns als Arbeitgeber präsentieren.

Welche Social Media Kanäle nutzen Sie?
Wir nutzen bisher die Kanäle facebook und instagram – und das sehr regelmäßig und kontinuierlich. Mit anschaulichen Bildern unserer Projekte oder vom Blick hinter die Kulissen geben wir Kunden, potentiellen Kunden und potentiellen Mitarbeiter einen Einblick in die Kempf GmbH. Transparenz schafft Vertrauen und wir stärken kontinuierlich unsere Bekanntheit in der Region als zuverlässigen und kompetenten Sanitär- und Heizungsbetrieb.

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Social Media Auftritt?
Wir möchten unseren Bekanntheitsgrad erhöhen und im Gespräch bleiben. Wichtig ist uns, die Kempf GmbH als zukunftssicheren und modernen Arbeitgeber in der Region zu präsentieren. Zudem wollen wir regelmäßig über unsere Leistungen und die professionelle Umsetzung unserer Projekte informieren. Das schafft Vertrauen und sorgt für neue Aufträge. Im Handwerk spielt das Vertrauen eine große Rolle.

Welche Inhalte Posten Sie?
Wir posten Bilder zu Projekten und Arbeiten die abgeschlossen sind oder derzeit bearbeitet werden, informieren über Aktionen, die wir für unsere Mitarbeiter/-innen durchführen, veröffentlichen Bilder zu außerbetrieblichen Aktionen, neuen Mitarbeitern, Neuanschaffungen oder Erweiterungen. Zudem informieren über Veranstaltungen und Neuigkeiten.

Wieviel Zeit investieren Sie pro Woche für Social Media? Wer setzt es um?
Wir investieren pro Woche zusammengerechneten ca. ein bis zwei Stunden. Dabei waren bisher viele Mitarbeiter involviert. Inzwischen haben wir einen zentralen Ansprechpartner, der für die Postings zuständig ist und die Inhalte entgegennimmt. Trotzdem sind wir natürlich darauf angewiesen, dass auch unsere Monteure auf den Baustellen vor Ort regelmäßig Fotos erstellen.

Wie wird der Social-Media-Kanal intern aufgenommen?
Gut, unsere Mitarbeiter sind eingebunden und liefern uns viel Bildmaterial

Was hat die Nutzung von Social Media Kanälen bisher gebracht?
Wir erhalten viel positive Resonanz von Kunden und merken, dass wir präsent und im Gespräch sind. Wir sind uns sicher, dass Social Media sowohl die Auftragslage als auch die Anzahl an Bewerbungen positiv beeinflusst.

Tipp: Fördermöglichkeiten zur Digitalisierung im Handwerk

Bund und Länder fördern kleine und mittlere Betriebe häufig bei der Investition in Digitalisierungsmaßnahmen.
Rüsten Sie auf bei der Digitalisierung Ihres Unternehmens auf, wie z.B bei der Integration von Social Media Kanälen und der Inanspruchnahme von Fortbildungen oder auch bei der Anschaffung voon Software lohnt es sich zu überprüfen, ob es eine Förderung gibt.

Erfahren Sie mehr zu den Förderungen für die Digitalisierung im Handwerk.

Fördermöglichkeiten zur Digitalisierung im Handwerk

Beispiele und Ideen für Social Media Posts

Es gibt viele Möglichkeiten Ihren Handwerksbetrieb auf den Social Media Kanälen zu präsentieren. Wichtig ist, lassen Sie die User hinter die Kulissen Blicken und beschränken Sie sich nicht nur auf werbliche Inhalte. Laden Sie die Nutzer ein, sich einzubringen und posten Sie spannende Beiträge, die kommentiert werden. Das schafft Transparenz und Vertrauen. Oder veranstalten Sie doch mal ein Gewinnspiel um mehr Follower zu erhalten.
Im Folgenden erhalten Sie einige Ideen und Beispiele für mölgiche Inhalte:

  • aktuelle Projekte
  • Investitionen - neue Anschaffungen
  • Renovierungsmaßnahmen
  • Mitarbeiter*innen in Aktion
  • neue Mitarbeiter*innen
  • Auszeichnungen
  • interne Veranstaltungen
  • Teilnahme an Messen
  • außerbetriebliche Aktionen
  • Gewinnspiele
  • saisonale Postings (Ostern, Weihnachten...)
  • Zahlen und Fakten zum Betrieb

Hinweis: Bei der Veröffentlichung von Bildern mit Personen, sollten Sie unbedingt eine Einverständnis der Personen einholen, damit Sie datenschutzrechtlich abgesichert sind.

Unterschiedliche Formate für Social Media Posts

Nutzen Sie die unterschiedlichen Formate, die die einzelnen Social Media Plattformen anbieten. Dazu gehören unbedingt Fotos und Videos. Mit Text allein lässt sich nur schwer entsprechend viel Aufmerksamkeit erzielen. Arbeiten Sie auf facebook, instagram & co. mit Storys. die 24 Stunden aktiv sind. Auch der regelmäßige Tausch von Titelbildern kann Sinn machen um den Kanal lebendig zu halten.

Formate instagram

  • Stories: 1.080 x 1.920 px
  • Standardbild: 1.080 x 1.080 px
  • Standard-Karussel: 1.080 x 1.080 px

Formate facebook

  • Stories: 1.080 x 1.920 px
  • Geteiltes Bild: 1.200 x 630 px
  • Geteiltes Bild via Link: 1.200 x 628 px
  • Karussel: 1.200 x 1.200 px

Formate Twitter

  • Profilbild: 400 x 400 px
  • Header: 1.500 x 500 px
  • In-Stream-Bild: 1.200 x 675 px

Formate youtube

  • Profilbild: 800 x 800 px
  • Kanal-Cover: 2.560 x 1.440 px
  • Video: 1.920 x 1.080 px
  • Thumbnail: 1.280 x 720 px
     

Formate LinkedIn

  • Profilbild: 400 x 400 px
  • Header: 1.584 x 396 px
  • Bild mit Link: 1.200 x 627 px
  • Event-Titelbild: 1.584 x 396 px
  • Blogartikel-Bild: 744 x 400 px

Beachten Sie bei der Erstellung Ihrer Inhalte, dass die Botschaft schnell erfassbar sein muss. Beim Scrollen mit dem Smartphone bleibt der User nur hängen, wenn er innerhalb weniger Sekunden hängen bleibt. Das bedeutet weniger ist mehr. Viel Botschaft kann nicht erfasst werden. Bilder und Bildsprache sowie knackige Aussagen sollten Bestandteil der Posts sein. Wollen Sie mehrere Botschaften verpacken, sollten Sie diese in mehreren Bildern verpacken.

Workshops und Schulung bei der Handelskammer

Wenn schon, denn schon? Möchten Sie langfristig Ihr Social-Media in die eigene Hand nehmen, bieten Ihnen regionale Handwerkskammern regelmäßige Schulungen und Seminare zu allgemeinen wie auch spezifischen Themen rund um die digitalen Plattformen. Suchen Sie ruhig bundesweit: In den meisten Fällen können Sie die Angebote als Präsenz- oder auch Online-Veranstaltung wahrnehmen.

Daneben finden Sie auch Schulungen von der IHK oder privaten Anbietern:

Fazit

Social Media ist kein Trend, der bald wieder vergehen wird. Im Gegenteil: Die digitalen Plattformen gehören bereits und auch künftig als absolute Selbstverständlichkeit zum Alltag immer mehr Verbraucher. Nutzen Sie die Chance und binden Sie Ihre Kunden durch persönliche Kommentare und Einblicke in Ihre Arbeit, finden Sie die Azubis und Gesellen, die Sie bislang vergeblich besucht haben und generieren Sie durch die sozialen Netzwerke mehr Umsatz. Sie nutzen bereits innovative Softwareprogramme für Ihre Auftragsbestätigungen, zum Rechnungsschreiben und weitere Hilfen bei der erforderlichen administrativen Arbeit? Gehen Sie einen Schritt weiter und springen Sie auf den Social-Media-Zug mit auf. Die Zukunft ist schon da!

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