Mitarbeiter finden im Handwerk - trotz Fachkräftemangel

Seit Jahren herrscht Fachkräftemangel im Handwerk. Zunehmend gestaltet sich die Suche nach qualifizierten Gesellen oder Auszubildenden schwieriger für Elektrobetriebe, Dachdeckermeister oder Sanitärfirmen. Nach Experteneinschätzungen beläuft sich das Defizit an Handwerkern in Deutschland derzeit auf eine viertel Million. Benötigen Sie neue Mitarbeiter, möchten ein Abwerben Ihrer Angestellten durch die Konkurrenz verhindern oder jungen Menschen einen Ausbildungsplatz bieten, sollten Sie neue Wege gehen. Auf dem derzeit umkämpften Markt hat sich die klassische Jobsuche umgekehrt: Nicht Sie erhalten Bewerbungen – Fachkräfte entscheiden sich für die optimale Option.

Fachkräftemangel im Handwerk

Als Handwerker zählen Sie zu den wichtigen Trägern der deutschen Wirtschaft – und sind gleichzeitig besonders stark vom aktuellen Fachkräftemangel betroffen. Ob Meister, Gesellen oder Azubis, ob im Elektrogewerbe oder beim Heizungsbau – derzeit erlebt das Handwerk hierzulande ein Tief. Ältere Fachkräfte gehen in den Ruhestand, die jüngere Generation tendiert zum Studium statt zur Ausbildung. Als Folge fehlt Personal. Um die verbleibenden Fachkräfte ist unter einigen Betrieben ein wahrer Kampf entbrannt, übertarifliche Gehaltsangebote sind keine Seltenheit. Eine komplizierte Lage vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen, die allein mit finanziellen Anreizen nicht punkten können. Vielmehr müssen Sie als Firmeninhaber gleich drei Fliegen mit einer Klappe schlagen:

  1. Azubis eine Perspektive bieten
  2. vorhandenen Mitarbeitern Anreize schaffen
  3. neue Stellen schmackhaft bewerben

Unmöglich ist dies nicht. Wir sagen Ihnen, worauf Sie achten müssen und wie Sie trotz Fachkräftemangel Mitarbeiter für Ihr Handwerk finden.

Warum ist es so schwierig, Mitarbeiter zu finden?

Es fehlt nicht an offenen Stellen – sondern an Nachwuchs. Einer der Hauptgründe für die derzeitige Misere liegt im stetigen Rückgang der Ausbildungszahlen. Dies betrifft vor allem das Handwerk. Allein im Betonbau, bei Bodenlegern und Gerüstbauern ist fast ein Drittel aller Ausbildungsplätze unbesetzt. Das Desinteresse führen Branchenkenner auf eine allgemeine Voreingenommenheit zurück, mit denen das Handwerk allgemein zu kämpfen hat:

Dass keines der Vorurteile zutrifft, scheint irrelevant. Dabei lässt sich gerade der erstgenannte Punkt inzwischen zweifelsfrei widerlegen: Je größer die Firma, desto häufiger lockt sie mit materiellen Anreizen. So ist auch die Fluktuation zwischen Betrieben groß. Doch nicht immer lockt das Geld: Nach einer nicht-repräsentativen Umfrage bevorzugen gut zwei Drittel aller Angestellten eine angenehmere Arbeitsatmosphäre gegenüber einer Gehaltserhöhung.

Auszubildende finden

Sie können nicht alle Faktoren beeinflussen, die derzeit den Nachwuchs von einer Ausbildung im Handwerk abhalten. Doch Sie können die Möglichkeiten nutzen, die Ihnen zum Anwerben zur Verfügung stehen.

Begeben Sie sich zur Jugend. Unterstützen Sie das Fußballfinale im lokalen Sportverein, kooperieren Sie mit Oberschulen für Projektwochen, sponsern Sie ein Straßenfest oder stiften sie einen Preis bei einem Musikevent.

Erzählen Sie dabei nicht nur über Ihren Betriebsalltag, bieten Sie Jugendlichen mit einem Praktikum einen Einblick in Ihre Arbeit.

Reservieren Sie einen Ausstellungsstand bei einer regionalen Ausbildungsmesse. Präsentieren Sie sich zielgruppenorientiert: Seien Sie offen, kommunikativ, nehmen junge Kollegen mit. Durch lustigen Give-aways mit Ihrem Logo bleiben Sie den Jugendlichen in Erinnerung.

Empfehlung: Auch im Büro digital arbeiten

Nicht nur Ihre Projekte sollten Sie mit Hilfe einer Software professionell planen. Auch Ihre Verwaltung und Auftragsabwicklung lässt sich mit Hilfe einer auf das Handwerk abgestimmten Buchhaltungssoftware wie Streit V.1 digitalisieren. Sie arbeiten damit zeitsparend, übersichtliche und deutlich effizienter.

Mehr zur Buchhaltungssoftware

Online-Mitarbeitersuche im Handwerker

Wer eine Stelle sucht, sucht im Internet. Auch Sie sollten daher unbedingt das digitale Medium nutzen. Dabei können Sie online auf vielfältige Weise auf Ihren Betrieb aufmerksam machen.

  • Berufsportale sind Anlaufstelle Nummer eins bei Jobsuchenden. Überlegen Sie, welcher Anbieter Ihre Stellenanzeige bestmöglich repräsentiert und wo Ihre Zielgruppe suchen wird. Die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit sowie die Lehrstellenbörse der Handwerkskammer bieten kostenlose Inserate für freie Ausbildungsplätze. Große Stellenportale wie Stepstone verlangen in der Regel Gebühren für Anzeigenschaltungen. Dafür profitieren Sie von einer größeren Reichweite und können sich innerhalb der Branche vernetzen.
  • Ihre eigene Unternehmenspräsenz im Internet eignet sich optimal, über vakante Stellen zu informieren. Achten Sie auf ein modernes Layout und stets aktuellen Inhalt. Heben Sie die Vorteile der Mitarbeit in Ihrem Betrieb hervor. Lassen Sie bei einer offenen Ausbildungsstelle Ihre derzeitigen Azubis einen Videoclip zu ihrer Arbeit drehen. Sie wissen am besten, was Gleichaltrige wünschen.
  • Social-Media-Kanäle sind eine weitere Möglichkeit, Ihr Handwerk einem breiten Publikum vorzustellen. Wichtig ist hier eine stetige Aktualität. Finden Sie keine Zeit, zwischen Kundenbetreuung und Buchhaltung noch Posts abzusetzen, können Sie eine Agentur beauftragen.

Vorteile Online-Suche

Die Pluspunkte einer Online-Personalsuche sind offensichtlich: Sie erreichen Personen weit über Ihre Region hinaus und damit auch diejenigen, die für eine Stelle ihren Wohnort verlegen würden. Sie können Ihre Anzeige jederzeit umgestalten und in einigen Fällen sogar kostenfrei publizieren.

Social Recruiting

Der Begriff des Social Media Recruiting steht für den Beschaffungsprozess qualifizierter Fachkräfte über soziale Netzwerke. Direkte Ansprachen und Interaktivität sind ausdrücklich erwünscht.

Social-Media-Kanäle

Mit Ausnahme spezifischer Karriereportale werden soziale Netzwerke primär von jungen Personen genutzt. Perfekt also, um Lehrlinge zu gewinnen oder frische Absolventen. Entsprechend sollten Sie ein maßgeschneidertes Konzept erstellen. Vor allem aber ist weniger oftmals mehr. Statt mit dem Gießkannenprinzip den identischen Post auf allen Kanälen zeitgleich abzusetzen, konzentrieren Sie sich auf das Portal, das sich am besten zur Vorstellung Ihres Elektro- oder SHK-Betriebes eignet.

  • Facebook: Facebook hat nicht nur eine neue Ära der digitalen Kommunikation eingeleitet, sondern bislang seinen Platz als Nummer eins mit Milliarden von Usern weltweit. Dies bedeutet eine besonders große Reichweite. Für Ihren lokalen Familienbetrieb spielt dies zwar keine zentrale Rolle. Doch immer mehr Unternehmen nutzen die Möglichkeit zur interaktiven Mitarbeiter- und Kundengewinnung durch Texte, Bilder, Videos und die angebotene Kommentarfunktion.
  • Instagram: Mit über 20 Millionen Nutzern in Deutschland steht Instagram auf Platz zwei der beliebtesten sozialen Netzwerke. Primär Bilder werden hier veröffentlicht, seit einiger Zeit dürfen auch kurze Texte und Videoclips geschaltet werden. Prägnant und mit Witz können Sie Ihren Betrieb hier an die Jugend bringen.
  • Twitter: Der Mikroblogging-Dienst beschränkt Publikationen auf 280 Zeichen und seine Kommunikation auf Echtzeit. Für Ihre Anliegen lohnt diese schnelle Live-Interaktion kaum. Haben Sie allerdings die Zeit zum Schalten zahlreicher Kurznachrichten, können Sie durch Hashtags eine Vernetzung zu Ihrer Webseite
  • YouTube: Die Mischung aus visueller Suchmaschine und sozialem Netzwerk hat den großen Vorteil der Langfristigkeit. Ihre Videos können hier noch nach Jahren aufgerufen werden. Nicht nötig zur kurzfristigen Mitarbeitersuche, doch ein interessantes Marketing-Tool.
  • TikTok: TikTok ist in aller Munde und besonders bei Teenagern beliebt. Gerade für Firmen die Auszubildende suchen eine passende Plattform auf der sich genau diese Zielgruppe tummelt. Präsentieren Sie Ihre Firma mit passendem Bild- und Videomaterial, welches bei Jugendlichen ankommt. Ein Blick hinter die Kulissen verschafft Ihrem Betrieb als Ausbildungsstätte Aufmerksamkeit.
  • Snapchat: Was für TikTok gilt, gilt auch für die Image-Messaging-App Snapchat. Häufig von Jugendlichen im Einsatz können Sie als Unternehmen kreativ werden um Ihr Unternehmen bei Auszubildenden bekannt zu machen. Beachten Sie: Versendete Fotos werden nach Sekunden automatisch wieder gelöscht – als Stellenportal eignet sich diese Plattform deshalb eher nicht.
  • eBay: Sie kennen es als Auktions-Kaufhaus, doch der Klein- und Stellenanzeigenmarkt bei eBay ist groß. Mit Hunderttausenden Jobangeboten und Stellengesuchen kann ein Inserat auf der Suche nach Polieren, Bauleitern oder Installateuren

Social-Media Karriereportale

In der Vielfalt der Social-Media-Kanäle finden sich mit LinkedIn und Xing zwei speziell auf die berufliche Ebene ausgerichtete Onlineportale. Hier werden Kontakte zwischen Unternehmen oder Unternehmen und Fachkräften geknüpft, das eigene Profil kann optimal präsentiert werden. Trotz der ähnlichen Funktionsweise finden sich Unterschiede im Detail:

LinkedIn

XING

internationales Networking

Standortspezialisierung auf die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz)

Höhere Reichweite

Konzentrierter Ansprache

Rekrutierung von Fach- und Führungskräften

Rekrutierung von Nachwuchskräften

Für Employer-Branding-Kampagnen

Bewerbung von Stellenanzeigen

Reaktionen auf Beiträge und Verfolgen von Personen und Unternehmen möglich

Kommunikation in Expertengruppen, kaum Postings und Blogs

Text-, Bild- und Videoformat

Textbasiert, Bilder nur per App

Fazit: Networking und Markenreputation

Fazit: gezielte Talentsuche

Hinweis: Wofür Sie sich auch entscheiden: Entscheiden Sie sich! Wenige Beiträge mit Mehrwert erzeugen eine höhere Effektivität als breit gestreute, mittelmäßige Inhalte.

  • Möchten Sie sich als Arbeitgeber präsentieren, sind Facebook und Instagram die richtige Wahl.
  • Zur Schaltung von Stellenanzeigen für Azubis oder Gesellen sollten Sie auf Xing oder LinkedIn zurückgreifen.

Maßnahmen in Social-Media-Kanälen

Wie genau können Sie Social-Media-Portale für gezielte Maßnahmen einsetzen?

  • WhatsApp bietet einen Jobticker als Recruiting Kanal für Unternehmen. Über ihn können Sie Kontakt daten austauschen und gleichzeitig Links zu ihrem XING-Profil oder Ihrer Webseite einbauen. Beachten Sie aber den Datenschutz und bieten jederzeit die Löschung eingegebener Daten an.
  • Lassen Sie bei YouTube Mitarbeiter zu Wort kommen! Das ist authentisch und trägt zu einer höheren Identifizierung mit Ihrem Betrieb bei.
  • Facebook und Google Ads sind kostenpflichtig – doch lohnend. Algorithmen identifizieren anhand von Schlüssel-Suchbegriffen Ihre Zielgruppe und zeigen nur ihr Ihre Textanzeige. Sie können die Region, Häufigkeit und Tageszeit der Schaltung bestimmen und Bezüge zur konkreten Stellenbeschreibung herstellen. Sie bezahlen pro Klick, können aber ein maximales Budget festlegen und jederzeit kündigen.

Hinweis: Bei Facebook-Werbeanzeigen lassen sich auch Ausbildungsabschlüsse oder Berufsbezeichnungen im Vorfeld filtern und der Personenkreis so noch gezielter ansprechen.

  • Fordern Sie mit Call-to-Actions dazu auf, Ihre Beiträge zu kommentieren oder teilen. Starten Sie Gewinnspiele oder Challenges. All dies sind zeitaufwendige Maßnahmen. Doch je häufiger Sie in sozialen Netzwerken genannt werden, desto besser werden Sie bei Google gerankt.

Tipp: Digitalisieren Sie Ihre Mitarbeiterverwaltung

Wenn Sie eine kaufmännische ERP-Software wie z.B. Streit V.1 verwenden ist meist auch eine Stammdatenverwaltung integriert. Die enthaltene Mitarbeiterverwaltung sorgt für eine übersichtliche Personalverwaltung – alle Daten und Dokumente sind sicher und übersichtlich hinterlegt.

Online-Jobbörsen

Zur Schaltung eines Inserats auf Online-Jobbörsen können Sie zwischen allgemeinen Stellenportalen und speziell auf das Handwerk ausgerichteten Anbietern wählen.

Hinweis: Weitere Jobportale für Handwerker und spezielle Handwerkerbranchen finden Sie unter Meine Jobs-Handwerk, Fachjobs24, Powerus für Elektro- und Anlagenmechaniker

Multiposting

Beim Multiposting schalten Sie eine Stellenanzeige auf mehreren Portalen gleichzeitig. Dafür können Sie Agentur beauftragen oder eine Bewerbermanagement-Software as a Service nutzen, deren Anbieter Sie bei technischen Fragen unterstützt. Der übergreifende Recruiting-Prozess bietet nur bedingte Vorteile:

  • Zeitersparnis – beachten Sie die Nacharbeit
  • höhere Reichweite – nur hilfreich bei Zielgruppenansprache
  • Günstig – einzelne Anzeigenschaltungen sind teils kostenfrei

Haben Sie als Kleinunternehmen keine Kapazitäten für Anzeigenkampagnen, bietet eine Multiposting-Agentur eine interessante Alternative zur herkömmlichen Personalsuche. Auf Wunsch nehmen die Experten eine Bewerbervorauswahl vor. Die Kosten variieren, mehr dazu finden Sie in diesem Anbietervergleich.

Tipp: Fördermöglichkeiten zur Digitalisierung im Handwerk

Bund und Länder fördern kleine und mittlere Betriebe häufig bei der Investition in Digitalisierungsmaßnahmen. Erfahren Sie mehr zu den Förderungen für die Digitalisierung im Handwerk.

Fördermöglichkeiten zur Digitalisierung im Handwerk

Eigene Website

Mitarbeiter über Ihre Internetpräsenz zu suchen, bietet zahlreiche Vorteile. Sie sind völlig frei in der Gestaltung, haben keine Kosten und können jederzeit den Inhalt ändern. Aufmerksamkeit schüren können Sie durch Verlinkungen in Social-Media-Posts, eine Kombination mit Printmedien ist möglich.

Transparente Darstellung des Unternehmens und der Benefits

Weshalb sollten Fachkräfte zu Ihnen wechseln? Präsentieren Sie sich mit außergewöhnlichen Angeboten. Sie sind ein alteingesessener Familienbetrieb, ein junges, dynamisches Unternehmen, punkten mit einer Atmosphäre des Gebens und Nehmens? Stellen Sie Zusatzleistungen zum Monatsgehalt in Aussicht oder bewerben Sie Ihre gute Erreichbarkeit und den umfangreichen Kundenstamm. Sie nutzen ausschließlich umweltfreundliche Lacke bei Ihren Malerarbeiten, bieten kostenlose Weiterbildungsmöglichkeiten oder Kinderbetreuung? Faktoren wie diese spielen für viele Handwerker eine bedeutende Rolle.

Stellenanzeigen auf der Website platzieren

Wie sollten Sie Ihre Anzeige gestalten? Durch

  • Keywords in der Überschrift
  • einen fesselnden Einstieg
  • aussagekräftige Bilder, kurze Videoclips
  • der detaillierten, gleichzeitig prägnanten Darstellung des Aufgabenbereichs
  • Werbung in eigener Sache durch Alleinstellungsmerkmale
  • Call-to-Action zur Kontaktaufnahme

Beantworten Sie Bewerbungen zügig. Damit zeigen Sie Professionalität und Wertschätzung gegenüber dem Anfragenden.

Erfolgsstorys von bestehenden Mitarbeitern

Zufriedene Mitarbeiter sind eine ausgezeichnete Werbung für Ihren Betrieb. Nutzen Sie sie als Markenbotschafter, um Ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu verbreiten. Heißen Sie neue Mitarbeiter als Team willkommen.

Planung und Umsetzung Ihrer eigenen Website

Recruiting-Agentur beauftragen

Sie möchten Zeit und Nerven sparen und frischen Wind in Ihren Betrieb bringen? Recruiting-Agenturen wissen, welche Werbemaßahmen wirken.

Arten und Leistungen von Recruiting Agenturen

Alle Recruiting-Agenturen erstellen Konzepte und Kampagnen für die Schaltung von Stellenanzeigen.

  1. Personalmarketing-Agenturen betrachten die Gesamtsituation, suchen nicht nur geeignete Mitarbeiter, sondern vermarkten Ihren Betrieb.
  2. Headhunter und Personalberater erarbeiten Recruiting- und Marketingstrategien von der Suche bis zur Einstellung und führen erste Auswahlinterviews. Die Erfolgsrate ist hoch, die Kosten allerdings auch. Neben individuell vereinbarten Honoraren werden oftmals zusätzliche Provisionen fällig.
  3. Personalvermittler sind ideal, muss es schnell gehen oder suchen Sie Mitarbeiter mit zeitlicher Befristung. Dank der großen Datenbanken sind auch hier die Erfolgsaussichten hoch, die Gebühren richten sich in der Regel nach dem Gehalt des Mitarbeiters.

Beispiele für Recruting Argenturen speziell für das Handwerk:

Offline-Mitarbeitersuche im Handwerk

Trotz der zunehmenden Internetnutzung lohnen sich im Handwerk klassische Werbemaßnahmen wie Printanzeigen.

Stellenanzeigen in Printausgaben

Stellenanzeigen in Printmedien sprechen vor allem Nutzer an, die das Internet kaum nutzen, auf ausschließlich lokaler Ebene suchen oder spezifisch in Ihrer Handwerkerbranche. Zwar sind die Ausgaben zunächst kostspielig, doch Fachzeitschriften erreichen automatisch Ihre Zielgruppe und auf der Suche nach regional verwurzelten Facharbeitern bieten lokale Tageszeitungen die perfekte Lösung.

Stellenanzeigen optimieren

Durch das gewisse Extra können Sie noch mehr Aufmerksamkeit mit Ihrer Anzeige schüren.

Sechs Tipps für attraktive Stellenanzeigen

Erhöhen Sie die Attraktivität Ihrer Stellenanzeige, indem Sie Neugier wecken.

  1. Starten Sie mit einem Bonmot oder einer fesselnden Beschreibung. „Sie suchen einen Arbeitgeber, der Funken sprüht? Dann sind Sie bei unserem Elektrobetrieb genau richtig!“
  2. Nennen Sie die Gründe, weshalb Sie neue Mitarbeiter suchen. „Viele Aufträge“ deuten auf eine langfristige Zusammenarbeit
  3. Ist Ihr Betrieb traditionell, modern, innovativ? Publizieren Sie Fotos oder Kurzvideos aus dem Arbeitsalltag
  4. Erwähnen Sie erwünschte fachliche Kenntnisse und soziale Kompetenzen
  5. Motivieren Sie zur Kontaktaufnahme. Bitten Sie auch um Initiativbewerbungen, sollte das Profil den Anforderungen nicht entsprechen. Vielleicht ist etwas für die Zukunft dabei!

Events vor Ort nutzen

Regionale Karrieremessen eröffnen großartige Chancen auf der Suche nach passenden Mitarbeitern.

Suche nach Fachkräften

Jobmessen sind bei Arbeitgebern, Fachkräften und Personaldienstleistern gleichermaßen beliebt. Für Sie bietet sich eine einmalige Chance, Ihren Betrieb zu präsentieren und in persönlichen Gesprächen zu überzeugen. Daten, Orte und Inhalte von Handwerksmessen erhalten Sie Hier.

Hinweis: Nutzen Sie Tage der offenen Tür und stellen Ihr Unternehmen auf regionalen Veranstaltungen wie Straßenfesten oder Märkten vor. So erhöhen Sie Ihren Bekanntheitsgrad und damit die Chance auf den Bewerbungseingang künftiger Mitarbeiter.

Azubis finden

Mit einer Bildungspartnerschaft zu Schulen können Sie Jugendlichen auf vielfältige Art das Handwerk näherbringen. Zeigen Sie Schulklassen Ihren Betrieb, referieren Sie über die Arbeit als Elektriker oder Dachdecker oder starten Sie gemeinsam praktische Projekte.

Bildungsmessen: Gegenüber Berufsmessen können Sie auf Ausbildungsmessen locker sein: Stellen sie sich zum Frage-und-Antwort-Interview durch Schüler zur Verfügung, bringen Sie Azubis mit zum Stand.

Nutzen Sie auch auf der Suche nach Lehrlingen Tage der offenen Tür, sponsern Sie die Kostüme jugendlicher Theatergruppen, buchen Sie in Sportvereinen eine Bandenwerbung, stiften Sie Preise auf Nachhaltigkeits-Festivals.

Tipp: Unterstützung erhalten Sie über Ausbildungskammern und Berufsinformationszentren.

Mitarbeiterempfehlungen

Mundpropaganda ist ein weiteres Tool zur Mitarbeitergewinnung. Bitten Sie Nachbarn, Freunde, Angestellte zur Kontaktherstellung, bieten Sie im Erfolgsfall ein Dankeschön an.

Unternehmensflyer bzw. Imagebroschüre anbieten

Auch haptische Eindrücke zählen. Mit gedruckten Flyern oder Broschüren halten Leser etwas in den Händen, das

  • von Hochwertigkeit zeugt
  • überall mitgenommen werden kann
  • übersichtliches Lesen ohne Scrollen ermöglicht
  • lange aufbewahrt, auf Messen verteilt, in öffentlichen Einrichtungen ausgelegt werden kann

Häufige Fehler beim Suchen von Mitarbeitern im Handwerk

Immer wieder unterlaufen Handwerksbetrieben auf der Suche nach Mitarbeitern die gleichen Fehler.

  • Falsche Kanäle nutzen: Facebook für qualifizierte Fachkräfte, Berufsmessen auf der Suche nach Azubis nutzen, wird Ihnen jeweils nicht weiterhelfen. Überlegen Sie genau, welche Kanäle die größten Erfolgsaussichten auf der Suche nach neuen Mitarbeitern versprechen.
  • Ungenügende Unternehmensdarstellung: Das Gründungsjahr, die Mitarbeiteranzahl und der Standort Ihres Betriebes – diese Informationen eichen schon lange nicht mehr. Beschreiben Sie den künftigen Arbeitsplatz so plastisch und ausführlich wie möglich, ohne sich in Details zu verlieren.
  • Langweilige Optik: Auch das Äußere zählt! Erstellen Sie ein Layout, das den Blick der Leser fesselt.
  • Keine Nennung von Benefits: Mitarbeiter in festen Anstellungen lassen sich nur durch attraktive Arbeitsbedingungen abwerben. Erwähnen Sie die Atmosphäre, spannende Aufgabenbereiche und finanzielle Anreize.
  • Verspätete Kommunikation: Verzichten Sie auf standardisierte Antworten und melden Sie sich trotz hektischen Alltags umgehend beim Bewerber zurück.

Neue Zielgruppen in den Blick nehmen

Blicken Sie über den Tellerrand hinaus und suchen Sie gezielt auch unter nicht-klassischen Bewerbern:

Senioren

Erfahrene Handwerker im Ruhestand können kurzfristig auf Honorarbasis eingestellt werden. Durch ihre Erfahrungen ist die Einarbeitungszeit kurz, die Fluktuation gering.

Frauen

Die Anzahl weiblicher Handwerker ist in Deutschland nimmt stetig zu. Jeder fünfte Ausbildungsplatz wird mittlerweile durch Frauen besetzt.

Menschen mit Behinderung

Menschen mit Behinderung können ebenfalls, was ihre Kollegen beherrschen. Als Arbeitgeber tragen Sie zu einer inklusiven Unternehmenskultur und erhöhten Reputation bei.

Fachkräfte aus dem Ausland

Mittlerweile haben sich bereits vielfach Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund im Handwerk etabliert. Wessen Abschluss aufgrund landesspezifischer Normen nicht automatische Gültigkeit besitzt, der kann durch Anpassungsqualifizierungen den hierzulande anerkannten Berufsabschluss nachholen und damit langfristig eine dauerhafte Niederlassungserlaubnis erhalten: Eine Garantie für beide Seiten!

Seit 2020 vereinfacht das Fachkräfteeinwanderungsgesetz die Voraussetzungen für eine Anstellung ausländischer Mitarbeiter auch im Handwerk. So werden derzeit Elektroniker aus Nordafrika für Unternehmen in Nordrhein-Westfalen gewonnen oder gezielte Sprachförderungen für schnelle Integrationen in ländliche Kleinbetriebe gefördert. Ihre Handwerkskammer oder die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Agentur für Arbeit unterstützen Sie bei bürokratischen Hindernissen.

Hinweis: Auf ausländischen Jobbörsen können Sie auf eigene Faust nach gewünschten Fachkräften suchen. Auf die Vermittlung von ausländischen Handwerkern spezialisierte Personalagenturen nehmen Ihnen den gesamten Prozess ab – verlangen jedoch auch durchschnittlich ein mittleres vierstelliges Eurohonorar nach einer zwölfmonatigen Mitarbeit.

Checkliste für Ihre Fachkräftestrategie

Haben Sie an alles gedacht?

  • Aufgabenbereich und Anforderungen des künftigen Mitarbeiters erstellen
  • Zielgruppe definieren
  • Passende Marketing-Kanäle wählen
  • In der Anzeige Pluspunkte Ihrs Unternehmens aufzeigen
  • Einfachen Bewerbungsprozess ermöglichen
  • per E-Mail
  • über ein Online-Bewerbungsformular

Tipp: Bieten Sie Bewerbern aus anderen Regionen die Möglichkeit eines digital geführten Interviews

Arbeitgeberattraktivität – Fachkräfte langfristig binden

Die Konkurrenz ist groß. Stellen Sie daher Anreize in Aussicht, die Ihre Mitbewerber nicht bieten und binden Sie so Ihre Mitarbeiter an Ihren Betrieb.

  • Extras: Fahrtkostenübernahme, Verpflegungsgutscheine, Sonderurlaub, Weihnachtsgeld, Leistungsprämien
  • Flexibilität: Bieten Sie flexible Arbeitszeiten in Schulferien oder die Möglichkeit von administrativen Tätigkeiten von zu Hause aus
  • Innovationen: Geben Sie Ihren Mitarbeitern ein Mitspracherecht, seien Sie offen für Verbesserungsvorschläge
  • Umweltschutz: Engagieren Sie sich für ein soziales Projekt, nutzen Sie nachhaltige Baustoffe oder grüne Energie
  • Weiterbildung: Ermöglichen Sie Weiterbildungen. So fördern Sie nicht nur Mitarbeiter, sondern bleiben als Unternehmen wettbewerbsfähig.
  • Onboarding: das sogenannte Onboarding holt neue Mitarbeiter „an Bord“. Es teilt sich in drei Phasen auf:
  1. Bleiben Sie zwischen der Zusage bis zum ersten Arbeitstag in Kontakt, helfen Sie bei der Wohnungssuche, binden Sie über digitale Techniken die Mitarbeiter in den Arbeitsalltag ein
  2. Geben Sie Ihrem Mitarbeiter Zeit zur Orientierun Bieten Sie Feedback-Gespräche
  3. Endgültige Integration: Teambuilding-Maßnahmen helfen neuen Mitarbeitern, langfristig Fuß zu fassen und sich rundum wohlzufühlen

Angebote der Handwerkskammern zur Mitarbeitersuche

Auch Handwerkskammern unterstützen Sie bei der Personalsuche, bieten Jobbörsen und Vermittlungsdienste. Das Online-Beratungsangebot ist kostenfrei.

Bücher und Coaching zum Thema Mitarbeiter finden im Handwerk

Der Fachkräftemangel im Handwerk ist auch Thema ausführlicher Ratgeber in Wort und Schrift.

Bücher

Coachings

Auch auf digitalen oder bei persönlichen Seminaren erhalten Sie Tipps zur Mitarbeitergewinnung im Handwerk, unter anderem bei Personalmarketing-Coaches.

Webinare

Webinare werden meist kostenlos von Jobbörsen wie von Monster.de geboten, auf das Handwerk ausgerichtete Workshops von Privatakademien finden Sie unter anderem hier:

Tipp: Digitalisieren Sie Ihre Zeiterfassung

Durch das Digitalisieren der Zeiterfassung Ihrer Mitarbeiter können Sie Arbeitszeiten exakt und schnell erfassen. Mit einer Zeiterfassungs-App wird die Arbeitszeit dem Auftrag zugeordnet, dadurch entsteht mehr Übersicht und schnelle Weiterverarbeitung der Daten.

Mehr zu digitalen Zeiterfassung

Fazit

Es herrscht Mangel, doch es ist nicht aussichtslos: Investieren Sie ein wenig Zeit in die Suche nach Fachkräften oder Auszubildenden. Ob im Elektrobereich, der SHK-Branche oder als Bäcker oder Friseur die Chancen stehen gut, offene Stellen besetzen zu können. Haben Sie einen passenden Mitarbeiter gefunden, sollten Sie sich mit dem erstellen des Arbeitsvertrages befassen.

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